"Thüringen trägt Kippa"

Rund 350 Menschen folgten heute dem Aufruf der achava-Festspiele und einiger Partner und schlossen sich der Aktion "Thüringen trägt Kippa" an. Gemeinsam liefen sie durch die Erfurter Innenstadt, von der jüdischen Mikwe bis zur Synagoge der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen.

Viele Teilnehmer hatten sich eine Kippa – die jüdische Kopfbedeckung – aufgesetzt und zeigten damit ihre Solidarität mit Jüdinnen und Juden. Vor der Synagoge bildeten sie eine Menschenkette. Hintergrund der Aktion „Thüringen trägt Kippa“ waren die zunehmenden Übergriffe auf jüdische Mitbürger in den vergangenen Wochen.

„Es wurde deutlich: Wenn Jüdinnen und Juden angegriffen werden, dann trifft das auch uns", sagte Ricklef Münnich von der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum. „Wir sind bereit dagegen einzustehen, denn wir gehören zusammen.“ Der Organisator des Ganges durch die Erfurter Innenstadt, Martin Kranz von den achava-Festspielen, betonte: „Das ist nicht nur ein Zeichen, sondern das ist ein wichtiger Schritt, um Mitgefühl und Solidarität für unsere jüdischen Mitbürger zu zeigen.“ Und Benjamin Kochan, Rabbiner der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, bewertete die Aktion „Thüringen trägt Kippa“ als „aktives Bekenntnis gegen Antisemitismus und Rassismus.“

Dem Gang durch die Stadt hatten sich viele Vertreter von Kirche und Politik angeschlossen, so unter anderen der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Prof. Reinhard Schramm, Ministerpräsident Bodo Ramelow und Erfurts Bürgermeister Andreas Bausewein.