"Waffen und militärisches Gerät nicht verniedlichen"

Die Gestaltung des Tages der Bundeswehr am kommenden Samstag (9. Juni) auf dem Erfurter Domplatz hat in den Gemeinden und Gremien des evangelischen Kirchenkreises Erfurt zu Debatten geführt.

Senior Dr. Matthias Rein, der Vorsitzende des Kreiskirchenrates, sagt dazu: „Wir finden es unpassend, Panzer und anderes militärisches Gerät mit Waffen als ‚Streichelzoo‘ zu verniedlichen."

"Wir finden auch unpassend, Kinder und Jugendliche einzuladen, auf Panzern herum zu klettern.“ Vor zwei Jahren hatte der damalige Dompropst Gregor Arndt zur Präsentation von Panzern auf dem Domplatz Stellung bezogen. Er sagte damals, „Selfis mit Panzern vor Domkulisse sind angesichts der aktuellen schrecklichen Kriege in der Welt unpassend.“ „Dies gilt heute nach überwiegender Meinung der evangelischen Christen in Erfurt ebenso“, so Rein. Das habe er als Vertreter der evangelischen Kirche den Verantwortlichen der Bundeswehr in einem Gespräch über die Ausrichtung des Tages zum Ausdruck gebracht.

Nach aktuellen Angaben des Stockholmer Instituts für Friedensforschung, Sipri, sind im vergangenen Jahr weltweit 1,7 Billionen US-Dollar für Rüstung ausgegeben worden. Dies sei der höchste Anstieg seit dem Kalten Krieg. Allein in Deutschland seien die Rüstungsausgaben im Jahr 2017 um 3,5 Prozent auf mehr als 44 Milliarden Dollar gestiegen.