Weltweites Glockenläuten erinnert an Weltkriegsende

Berlin (epd). Mit weltweitem Glockenläuten soll am 11. November an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert werden. In zahlreichen Ländern würden an diesem Tag zur Mittagszeit Glocken erklingen, um damit den über 17 Millionen Opfern des Ersten Weltkriegs zu gedenken und ein starkes Zeichen für Frieden und Versöhnung zu senden, wie das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin ankündigte.

In Deutschland wird sich der Initiative unter anderem die Kirchengemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin anschließen.

Die Idee für das weltweite Glockenläuten kommt den Angaben zufolge aus Großbritannien, wo jährlich traditionell mit einer Parade in London an das Kriegsende von 1918 erinnert wird. In diesem Jahr wird mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier erstmals ein deutsches Staatsoberhaupt daran teilnehmen. Zudem werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Waffenstillstandes in Paris erwartet. Nach der Verkündung des Waffenstillstands am 11. November 1918 wurden in vielen Ländern aus Freude über diese Nachricht spontan die Glocken geläutet.

100 Jahre nach Erstem Weltkrieg feiern Kirchen "Frieden in Europa"

Europäische Spitzenrepräsentanten der Kirchen feiern zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges einen ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom. Die Predigt am 11. November hält der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz am Freitag mitteilten. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst unter dem Leitthema "Frieden in Europa" von Jugendchören aus Frankreich, Großbritannien und Russland.

Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch hält ein Totengedenken. An der Liturgie sind neben anderen der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz, Metropolit Augoustinos von Deutschland, der katholische polnische Erzbischof Henryk Muszynski, Erzbischof Dietrich Brauer von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland und der anglikanische Bischof Jonathan Gibbs aus dem englischen Huddersfield beteiligt. Nach dem Gottesdienst am 11. November hält Günter Verheugen, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Kommission, einen Vortrag zum Thema "Das ganze Europa soll es sein".

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die "Charta Oecumenica", die 2001 von der Konferenz Europäischer Kirchen in Europa gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen verabschiedet wurde. Darin hatten sich Protestanten, Katholiken und Orthodoxe zum Einsatz für ein geeintes Europa und mehr Einheit unter den Christen verpflichtet.

Unter Historikern gilt der Erste Weltkrieg als erster globaler Krieg der Geschichte - und als erster totaler. Neun Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten wurden innerhalb von vier Jahren getötet. Am 11. November 1918 unterzeichneten Vertreter des Deutschen Reiches und der Alliierten ein Waffenstillstandsabkommen in einem Eisenbahnwaggon im Wald von Compiègne nordöstlich von Paris.

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Auf www.evangelisch.de gibt es einen interessanten Artikel zum Thema "So verhielten sich die deutschen Protestanten im Ersten Weltkrieg": https://www.evangelisch.de/inhalte/152956/05-11-2018/so-verhielten-sich-die-deutschen-protestanten-im-ersten-weltkrieg?kamp=b-012