16.06.2005
U wie Urgemeinde

Gelebte Nächstenliebe (Diakonie) ist zur Zeit der ersten Christen Praxis der Gemeinden gewesen.

Dadurch haben sie anziehend missionarisch gewirkt. Christen haben einander geholfen (Armenfürsorge). In manchen Gemeinden gab es einen festen Besuchsdienst für Alte, Schwache und Kranke. Arbeitslose und Durchreisende wurden versorgt. Gefangene und Zwangsarbeiter besucht, versorgt, wenn möglich freigekauft.

Tertullian berichtet, dass Christen „Straße für Straße in fremde und gerade die ärmsten Häuser eintreten, um die Brüder zu besuchen“. „Tag und Nacht überall umherspähend, weder die Armen verachtend noch der reichen Person ansehend; sie sollen den Notleidenden erkennen und nicht von dem Anteil an der Gemeindekollekte ausschließen, die Vermögenden aber nötigen, zu guten Werken zurückzulegen.“ Eusebius berichtet, dass allein die römische Gemeinde um 250 rund 1500 Hilfsbedürftige versorgte.

Christen übten die hochgeschätzte Begräbnispflicht auch an Unbekannten. Die praktizierte Nächstenliebe hob sich wohltuend vom Egoismus ihrer Umwelt ab. Ließen die Heiden selbst ihre noch lebenden Angehörigen bei Pestepidemien (259, 321) im Stich oder warfen sie auf die Straßen, kümmerten sich die Christen unter Aufopferung ihres eigenen Lebens um Kranke und Sterbende. Unter Konstantin d.Gr. übernehmen Christen immer mehr Verantwortung in der versagenden staatlichen Ordnung. Diakone organisieren städtische Armenspeisungen, Obdachlosenunterkünfte, Armenbäder. Klöster entstehen, nehmen Reisende auf, versorgen Waisen, bilden Kinder aus. Hieronymus eröffnet eine christliche Herberge in Bethlehem (386), Fabiola ein Krankenhaus in Rom (390).


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