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31.07.2020
Hoffnung pflanzen

Wie pflanzt man einen Regenwald? Baum für Baum! Zwei haben das gemacht und es hat funktioniert. Aber der Weg dahin war dunkel.

Es gibt wenige Augen, die so entsetzliches Leid an so unterschiedlichen Stellen auf dieser Erde gesehen haben, wie die Augen des brasilianischen Photographen Sebãstiao Salgado. In Kuwait, im ehemaligen Jugoslawien und an vielen anderen Orten.

Mitte der 1990er erlebt er, wie in Ruanda erst die einen die anderen und dann die anderen die einen abschlachten. „Als ich dort wegging“, sagt er, „glaubte ich an nichts mehr. Nichts könnte die Menschheit mehr retten, so etwas könnten wir nicht überleben. Wir hatten nicht verdient zu leben. Niemand! Wie oft legte ich meine Kamera zu Boden, um zu weinen über das, was ich sah!“[1]

Er kehrt zurück nach Brasilien auf das Land seiner Familie. Aber wo einmal Regenwald die Hügel bedeckte, war nun Ödnis. Nichts übrig vom Kindheitsidyll. Und dann fangen sie an, Sebãstiao und seine Frau Lélia. Sie pflanzen Baum für Baum auf einer Fläche von 600 Hektar. Es geschieht ein Wunder. Mit den Jahren wachsen zweieinhalb Millionen Bäume und das Ökosystem regeneriert sich. Die Quellen sprudeln wieder. Tiere kehren zurück.

Das Land heilt seine Verzweiflung über die Menschheit. Sebãstiao weiß, dass der Wald wieder so sein wird, wie er war, als er geboren wurde.

Kommt, lasst uns pflanzen: Bäume, Wein und Hoffnung. Das wünscht Friedrich Kramer, Landesbischof der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland


[1] Sebastiao Salgado in Wim Wenders Film „Das Salz der Erde“. 


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