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20.01.2017
Holocaustgedenktag

Familienausflug vor vielen Jahren nach Weimar. Deutsche Klassik, natürlich. Unsere Kinder, damals noch schulpflichtig, stöhnen.
Und dann fahren wir nach Buchenwald. Unsere Kinder sind vorbereitet und doch schockiert. Auf dem Rückweg stellen sie die richtigen Fragen: Wie war das möglich? Was waren die Täter für Menschen? Wie ist solches Morden zukünftig zu verhindern? Wir diskutieren über das Böse, über Schuld und Verantwortung. Am Ende bleibt eine lange Gesprächspause. Man muß sich immer daran erinnern, sagt unsere älteste Tochter.
Heute ist der 27. Januar. Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Der kürzlich verstorbene ehemalige Bundespräsident Roman Herzog hat ihn 1996 eingeführt.
Nach dem Besuch in Buchenwald ist für unsere Kinder, inzwischen längst erwachsen, auch dieser Teil deutscher Geschichte Teil ihrer geschichtlichen Erinnerung. Goethe und Schiller, Weimar eben, gehört dazu; aber Buchenwald auch.
Große Teile der Bibel beschwören die Menschen, die Geschichte nicht zu vergessen. Das jüdische Glaubensbekenntnis ist eine einzige Erinnerung an Gottes Geschichte.
Wer als Christ nicht auch die finsteren Epochen der Kirche im Gedächtnis behält, kann nichts zur Gegenwart sagen. Erinnerung ist also nicht lästige Pflicht, sondern egoistischer Wunsch, Fehler nicht wiederholen zu wollen. Erinnern wir uns. Das ist richtig.
Nachdenklich grüßt aus Dessau
Joachim Liebig


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