Liebesgeld

Wir haben in unserer Familie eine eigene Währung. Nicht, dass wir etwas gegen den Euro hätten. Aber wir haben einen wirklich schönen Namen gefunden für all die Münzen und Scheine, die in den Umschlägen und Paketen von der Oma stecken. Dies ist kein gewöhnliches Geld, sondern Liebesgeld. Gerade jetzt zu Weihnachten, aber auch zu Geburtstagen kommt Liebesgeld bei uns an. Manchmal wandert es ins Sparschwein. Meistens aber direkt ins Portemonnaie, denn es ist ausdrücklich zum Ausgeben bestimmt, für Dinge, die weder notwendig noch nützlich sind.
Unsere Jüngste hat ihr letztes Liebesgeld aus dem Nikolauspäckchen mit in den Gottesdienst genommen. Ich glaube, vor allem deswegen, weil ihre Bluse so schöne Taschen hatte, in die man es hineinstecken kann. Doch als dann die Kollekte eingesammelt wurde, hat sie ihr Liebesgeld ohne Zögern in den Korb geworfen.
Und ich habe gedacht: So würde ich das auch gerne können. So muss Jesus das gemeint haben. Er hat gesagt: Wenn ihr Spenden gebt, dann soll die linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Dann geht es nicht um Spendenquittungen, die man von der Steuer absetzen kann.
Geld und Liebe sind zwei verschiedene Dinge. Aber wenn es um das Geben geht, dann gehören sie doch zusammen. Und aus jedem Schein und jeder Münze kann eine andere Währung werden. Liebesgeld eben.

Seien Sie heute großzügig!
wünscht Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg