25.06.2019
Magdeburger Kinder

Ich sitze in der Bahn. In Halle bin ich eingestiegen. Ich will nach Magdeburg zum Hauptbahnhof. Nebenan, über den Gang, sitzt ein Papa mit seinen zwei kleinen Töchtern. Sie essen Pommes mit Ketchup, später malen sie in ihre Hefte.

Immer mal fällt was runter. Ich hebe es auf. Wir lachen uns an.

Die kleinere Tochter, mit einem dicken Windelpopo und einem Schnuller im Mund, hat viele lustige Zöpfe in ihren fast schwarzen Haaren. Zusammengebunden mit bunten Haargummis. Die Ältere mit einem gepunkteten Halstuch hat lange Zöpfe. Rote Fäden sind ins krause Haar gebunden.

Der Papa spricht mit ihnen. Ich verstehe kein Wort. Ich kann ihre Sprache nicht.

Wo mögen sie zuhause sein? Irgendwo in Afrika? Ihre dunkle Haut spricht dafür.

Immerhin, ein Wort erkenne ich doch: „Papa!“

Die Kinder erzählen, lachen und singen. Der Papa spielt mit ihnen. Eine fröhliche Familie. 

Der Zug hat Magdeburg fast erreicht. Die ältere Tochter fängt zu singen an.

Halt mal, das kenne ich doch! Nicht nur die Melodie, auch die Worte...

Fehlerfrei singt sie:

Ich kenne eine Stadt am großen Strom, 
die viele Häuser hat und einen Dom. 
Unsere Stadt mit M beginnt, 
denn wir sind, wir sind ein Magdeburger Kind.

Magdeburger Kinder lernen das Lied im Kindergarten und in der Grundschule.

Und auch diese bunt bezopften Mädchen gehören zu Magdeburg mit ihrem Lachen und mit ihren Liedern.

Ist denn die Elbe, immer noch dieselbe.
fragt sich der Dom und wundert sich:
So viel Verkehr, Häuser und noch mehr, 
hab ich doch früher nicht gesehn!

In Buckau steigen die drei aus. „Tschüss!“ rufen sie mir zu. Der Papa mit seinen Töchtern. Fröhliche Magdeburger Kinder. Schön, dass sie hier zuhause sind.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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