13.07.2019
Modekonsum

Jesus sagt: „Hütet euch vor jeder Art von Habgier! Niemand lebt davon, dass er viel besitzt.“

Zack. Dieser Bibelvers von heute morgen war eine kleine Ohrfeige. Mein schlechtes Gewissen hat sich gleich geregt, denn ich denke an die Shoppingtour vorige Woche. Kurz vor dem Urlaub noch was Dünnes zum Anziehen.

Natürlich, die 2,3 kürzeren Hosen, die ich habe, die hätten vielleicht auch genügt. Sicher sogar. Aber vielleicht doch noch eine in rot …

Dass diese Lust am Konsum uns noch umbringt, das ist mir eigentlich klar.

Die Geschwindigkeit in der Modebranche hat enorm zugenommen. Manche Läden bekommen inzwischen jährlich mehr als 20! Kollektionen.

Wir Deutschen kaufen bis zu 60 neue Kleidungsstücke im Jahr. Wir haben 4mal so viel im Schrank wie in den 80ern und tragen kaum mehr als ein Drittel davon. Ein Wahnsinn, der seine Folgen hat:

Billig, billig heißt es dort, wo die Kleidung produziert wird, vor allem also in Asien. Billig, billig, deshalb werden Giftstoffe aus den Fabriken in die Gewässer geleitet und tauchen im Trinkwasser und im Essen wieder auf. Deshalb arbeiten Kinder in den Fabriken, gibt es Hunger- Löhne und werden Standards für Arbeitssicherheit nicht eingehalten. Vor ein paar Jahren stürzte in Bangladesh eine Textilfabrik ein, mehr als 1000 Tote.

Wollen wir das? Will ich das wirklich?

Nein. Meine Haltung ist klar, und die muss jetzt nur noch den Kampf mit der Lust am Kaufen gewinnen.

„Niemand lebt davon, dass er viel besitzt.“

Ich wünsche uns siegreiche Tage über den Konsumrausch.

Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg


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