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06.09.2020
Möglichkeiten gestalten

Als das Virus im Frühjahr kam, fühlte ich mich wie fremd im eigenen Land. Was macht man da? Tief durchatmen und so normal es geht: Weiterleben!

Vor zweieinhalbtausend Jahren hat das ein Volk – damals in ganz anderer Sache – so gelernt. Die Geschichte war die: Jerusalem wurde erobert und viele Menschen weggeführt in die Gefangenschaft nach Babylon. Bald können wir zurück ins Vertraute, hofften sie. Doch es kam ganz anders.

Mir fiel diese Geschichte aus der Bibel ein, weil auch wir mit einer Situation zurechtkommen müssen, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ein Virus ist Teil unseres Alltags geworden. Wir müssen uns vor Ansteckung schützen, bis es ein Mittel dagegen gibt. Dennoch: Ich will das Miteinander mit anderen pflegen trotz Abstand und Masken. Pragmatische Lösungen finden, wie wir doch zusammenkommen können.

Die Israeliten in ihrer viel schlimmeren Situation damals verzweifelten nicht. Sie lernten: Babylon ist nun unsere Heimat auf Zeit. Sie bauten Häuser, pflanzten Gärten und suchten das Beste in ihrer Lage. (Jer. 29,5f.) Und am Ende atmeten sie auf, als sie diese Zeit hinter sich hatten und aufbrechen konnten in die Freiheit nach Jerusalem: „Der Herr hat Großes an uns getan“, sangen sie, „des sind wir fröhlich.“ (Ps. 126, 3)

Dass es auch bei uns so kommen wird, darauf vertraut Hans-Jürgen Kant von der Evangelischen Kirche in Halle.


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