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07.05.2020
Venedig, Venedig

Venedig, Venedig murmle ich gegen Morgen in meinen Träumen. Dann schlage ich die Augen auf und liege noch ein paar Minuten wach im Bett.

Im Traum bin ich eben noch in dieser Stadt gewesen wie damals. Da wohnten meine Frau und ich in einer Pension gleich an der Lagune. Wir liefen über die Brücken bis zum Markusplatz. Tauben flatterten auf. Und dann am Canal Grande: die Basilika Santa Maria della Salute. Eine weiße Kirche aus Marmor, an zwei Seiten von Wasser umspült.

1630 ist sie gebaut worden. Mit diesem Bau wollte man der letzten großen Pestwelle, die Venedig erreichte, ein Ende bereiten. Ein Hilfeschrei in Stein zu Gott!

Wir Heutigen wissen: Mit dem Bau einer neuen Kirche lässt sich das Corona-Virus nicht stoppen. Es braucht Hygiene, Abstand, Vorsicht, Medizin. Und doch braucht meine Seele auch das Gebet. Eine Kerze, die ich anzünde.

Ich verstehe euch, ihr Venezianer: Es tut gut, in seiner Ohnmacht dem Himmel ein Zeichen der Schönheit zu geben, ein Gebet in Stein zu setzen. Eine Kirche zu bauen: Schau auf uns, Gott, in dieser Zeit, die so totgefährlich ist.

Ach, Venedig, Venedig, denke ich. Noch sind deine Straßen still und das Wasser in den Kanälen wird wieder blau.

Ich reiße mich los, springe tatenfreudig aus meinen Träumen. Die Zeit wird kommen: Da werden wir wieder reisen und bewusst und sorgsam die Schönheit der Welt entdecken.

Hofft Hans-Jürgen Kant von der Evangelischen Kirche in Halle


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