11.07.2019
Wir und die Veränderung

Sagt Ihnen Jan Hus etwas? Am 6. Juli 1415 ist er zum Tod verurteilt worden.

Er war ein böhmischer Reformator und wollte die Kirche verändern: die Leute sollten selbst verstehen, was sie glauben und nicht nur angewiesen sein auf das, was ihnen die Kirche über Gott und die Welt erzählt.

Als Prediger und Rektor der Universität Prag begann er selbst mutig, manches zu verändern. Er predigte z.B. auf Tschechisch und ließ tschechische Lieder im Gottesdienst singen, also nicht nur auf Latein.

Weil er seine Lehre nicht widerrufen wollte, wurde er 1415 auf dem Konzil in Konstanz verurteilt und verbrannt. Sein Tod aber hat die Veränderung der Kirche nicht aufhalten können: 100 Jahre später leitete Martin Luther die Reformation von Wittenberg aus ein.

Das einzige, was im Leben Bestand hat, ist die Veränderung.

Wenn ich in einer Krise stecke, ist dieser Gedanke entlastend: Es wird nicht ewig so schwierig bleiben wie jetzt im Moment.

Deshalb habe ich auch für unsere Gesellschaft Hoffnung: Wir können den rauer werdenden Ton wieder versachlichen. Wir können dafür sorgen, dass Mitmenschen – ganz gleich, woher sie stammen – unter uns eine Chance und dass auch Tiere und Pflanzen mehr Respekt bekommen.

Für solche Veränderungen sind Frauen und Männer nötig, die für ihre Ideale einstehen.

Es braucht Sie und mich in unserer Gesellschaft und in der Kirche

und ein bisschen von dem Mut, den Jan Hus hatte.

Den wünscht Ihnen Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg


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