10.07.2019
Wohin mit der Enttäuschung?

Da sitzt er nun in diesem Bewerbungsgespräch und ist echt enttäuscht.

Ein Bekannter hatte geraten: Meld´ dich da mal, die suchen jemanden.

Nach 5 Jahren endlich wieder Hoffnung auf eine richtige Arbeit. Er war aufgeregt. Aber dann beim Gespräch mit dem Chef: Ja, wir suchen jemanden für den Bundesfreiwilligendienst. 21 Stunden die Woche, 210 EUR im Monat.

Er war förmlich in sich zusammen gesackt. Bufdi. So was wie Praktikum mit Taschengeld. Nee... wirklich nicht. Eine anständige Arbeit wollte er. Ganz normal. Nicht mehr abhängig sein vom Amt. Aber wieder nichts. Wie soll er mit diesem ganzen Frust nur noch zurechtkommen, morgens irgendwie Kraft für den Tag aufbringen?

Wie machen Sie das? Mit einem Rückschlag klarkommen? Die Frage beschäftigt mich auch. Ein Rezept habe ich nicht, nein, aber ich kann sagen, wie ich es mache:

Ich suche mir jemanden zum Reden: Meistens zuerst meinen Mann. Manchmal meine Freundin.

Und dann: Gott. Ich erzähle ihm meinen ganzen Ärger. Oft macht mich das tatsächlich ruhiger.

Bei Gott weiß ich alles gut aufgehoben. Und mich selbst auch mit dem, was mir nicht gelungen ist oder was belastet. Und er hilft mir durch die Menschen, die er mir an die Seite stellt.

Der Mann, der da so enttäuscht wegen der Bufdi-Stelle war, ist kein Christ. Aber ich wünsche auch ihm jemanden, mit dem er über alles reden kann und der ein Stück mitträgt. Und Ihnen, Ihnen wünsche ich das auch!

Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg


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