22.02.2019
Fridays for Future

„Ihr habt verschlafen, wir sind der Wecker.“ Das steht auf einem Schild, das Schüler hochhalten bei ihrem Schulstreik – immer freitags, immer öfter, mit immer mehr Beteiligung. Damit angefangen hat die Schwedin Greta Thunberg. Mittlerweile heißt diese Bewegung Fridays for Future – Freitags für die Zukunft. Es geht ums Klima: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, rufen die jungen Leute bei den Demonstrationen.

Sie fühlen sich von der Politik verraten und verkauft. Zu den Erwachsenen sagt Greta Thunberg: „Ich will, dass ihr Panik habt. Ich will, dass ihr die Angst empfindet, die ich jeden Tag spüre. Und dann will ich, dass ihr handelt. Ich will, dass ihr handelt wie in einer Krise. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen. Denn es brennt.“ Dreimal sagt sie: Handelt! Und unterstellt damit, dass die Politik zu wenig tut in Sachen Klimaschutz.

Das ist eine Frage der Prioritätensetzung. Wenn es brennt, muss man löschen. Jesus hat einmal in aller Öffentlichkeit die Heuchelei von politischen und religiösen Machthabern angeprangert. „Ihr reinigt“, sagt er „das Äußere des Bechers und der Schüssel; aber das Innere strotzt von Raub und Schmutz.“

Die jungen Leute legen den Finger genau in diese Wunde: Schluss mit einer Politik der schönen Worte, die nur die Etiketten aufpoliert, aber die Probleme nicht löst. Beim Klima geht’s ans Eingemachte. Sie ernst zu nehmen, ist anstrengend, aber könnte die Welt retten. Wir haben verschlafen, sie sind der Wecker.

Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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