21.02.2019
Achtsamkeit

Regt Sie das auch so auf. Mich macht das wahnsinnig: Da sitzen zwei, drei oder vier um einen Tisch und jeder ist mit seinem Smartphone beschäftigt. Kein Problem, ich kann gut zwei Dinge gleichzeitig machen. Irrtum. Das können wir eben nicht, außer sie sind so einfach wie: bügeln und fernsehen oder Auto fahren und Radio hören. Nur wenn das eine völlig automatisiert abläuft, können wir uns ernsthaft auf etwas anderes einlassen. Unser Gehirn entscheidet sich immer für die Sache, auf die wir uns konzentrieren. Alles andere wird gnadenlos ausgeblendet.

Checkt also gerade jemand, der mit uns am Tisch sitzt, seine Nachrichten, dann sollten wir uns nichts vormachen lassen. Der kann uns überhaupt nicht wahrnehmen. Der weiß wohl, dass er mit uns am Tisch sitzt, aber das war’s auch schon. Wir sind nicht mehr wert als ein Stuhl, der da auch steht. Das, was uns aber von einem Stuhl unterscheidet ist, dass wir von der Aufmerksamkeit leben, die uns andere schenken, wir sind angewiesen darauf, achtsam miteinander umzugehen. Dem Stuhl kann egal sein, wer ihn platt macht, uns nicht. Es hilft nichts: Wir müssen uns entscheiden. Smartphone oder mein Gegenüber? Beides geht nicht.

Es gibt, meint der Schriftsteller Lew Tolstoi, nur eine wichtige Zeit: Heute. Hier. Jetzt. Die Momente, die wir miteinander haben, sind tatsächlich wie weggewischt, wenn wir zwar zusammensitzen, aber auf unserem Smartphone herumwischen,

findet Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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