13.06.2019
Schweigeminute

13. Juni 1989. Das Massaker vom Platz des Himmlischen Friedens in Peking ist gerade erst gewesen. Die DDR-Punkband „Herbst in Peking“ hält bei einem Konzert eine Schweigeminute ab. Wenige Tage später wird sie mit Auftrittsverbot belegt.

Schweigen ist eine Waffe. Manchmal eine Minute lang und sie bringt Systeme ins Wanken. Für euch singen wir nicht. Wir machen jetzt nicht weiter, als wäre nichts gewesen. Die Schweigeminute der Band war eine deutliche Kritik am bestehenden System und wurde sofort sanktioniert. Die SED-Oberen fürchteten um ihre Macht.

Sie sind dem gram, der sie zurechtweist, und verabscheuen den, der ihnen die Wahrheit sagt.

Der Prophet Amos hat das gesagt. Er lebte in einem Land, in dem Menschen unterdrückt wurden und sich Mächtige an den Ärmsten bereichert haben. Was tun?

Suchet das Gute und nicht das Böse, hat er seinen Freunden gesagt. Auch Schweigen kann ein lautstarker Protest sein, wenn nebenan ein Mensch massakriert wird und stirbt.

Wozu schweigen wir heute und wo regen wir uns einfach nur auf und heizen die Stimmung noch an? Wie suchen wir das Gute? 

Fragt Kristin Jahn, Superintendentin im Kirchenkreis Altenburger Land


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