SPD-Parteitag

Das wird ein spannender Sonntag, ein entscheidender. Die SPD will bis heute 15 Uhr auf einem Parteitag in Bonn klären, ob sie in die Verlängerung der Großen Koalition geht. Für die 600 Delegierten dürfte das einer der schwersten Jobs sein, die sich dieser Tage denken lassen.

Seit vier Monaten wird um die Regierungsbildung gerungen. Nie hat das so lange gedauert. Nachdem Jamaika gescheitert ist, hängt es nun an der SPD. Gerade an der Partei, die noch am Wahlabend verkündet hatte, dass sie in die Opposition geht. Nun prasselt es von allen Seiten auf die Delegierten ein: „Ihr habt Verantwortung nicht nur für eure Partei, sondern für das ganze Land, reißt euch zusammen.“ – „Ja, aber ihr verramscht die Partei, die wird sich davon nicht mehr erholen“, so die anderen. Die Folgen sind schwer abzuschätzen. Erfahrungen mit einer Minderheitsregierung oder mit Neuwahlen gibt es nicht. Das verunsichert.

Egal wie die Entscheidung ausgeht und was wir uns wünschen, „richte nicht“, sagt Jesus. Es könnte sein, du siehst den Splitter im Auge des anderen, aber nicht den Balken in deinem Auge. Der Balken in meinem Auge könnte die Überlegung sein, was kann ich tun, um die Dinge in unserem Land zu bessern. Da gibt es Möglichkeiten – und da die Parteien die Mitbestimmungsrechte ausbauen wollen – hoffentlich bald mehr. Heute aber verdienen die 600 Delegierten, die da in Bonn sitzen und mit sich ringen, unseren Respekt.


Einen schönen Sonntag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.