Tchibo vermietet Babysachen

In einem deutschen Haushalt gibt es durchschnittlich 10.000 Dinge. Manches hat man ein Leben lang, meine alte Tretnähmaschine beispielsweise, die ist 100 Jahre alt und damit nähe ich noch immer. Aber viele Dinge brauchen wir nur kurze Zeit. Wir stecken fest in einem Strudel von Anschaffungen. „Während das Herz des Menschen leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen kann“, so formuliert es Papst Franziskus. In all diesen Dingen stecken Rohstoffe und Energie. Das wird zunehmend zum Problem. Wir sind dabei, diese Erde aufzubrauchen. Eine „Alarmstufe Rot“ für die Erde hat der UN-Generalsekretär, der ja so etwas wie der Sprecher der Weltfamilie ist, zu Beginn des Jahres ausgerufen.

Lange Rede, kurze Frage: Geht’s auch anders? Und jetzt kommt, was mich hat aufhorchen lassen: Bei Tchibo können ab heute übers Internet Babysachen gemietet werden. Halleluja, das ist ja mal eine Nachricht. Ausleihen, zurückgeben, weiter nutzen.

Für Tchibo ist das ein Experiment, für die Menschen, die das in Anspruch nehmen, aber auch. Wer Dinge nicht wegwirft, stattdessen repariert, sie weitergibt, sie nur leiht, nicht kauft, wird sich selbst anders erleben. Merken, was wirklich wichtig ist, auf dass sich das Herz wieder füllt. Könnte sein, wir atmen auf, wenn wir weniger Dinge haben. Mutter Erde, von der wir leben – und von der die, die nach uns kommen, auch noch leben wollen, atmet ganz sicher auf.

Einen guten Tag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.