Tora-Lerntag: „Das Lukas-Evangelium“

Von Max Liebermann gibt es ein berühmtes Bild, das heute in der Kunsthalle Hamburg hängt: „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“. Als dieses Bild erstmals 1879 auf der Internationalen Kunstausstellung in München präsentiert wurde, gab es einen Aufschrei der Öffentlichkeit. Die Menschen nahmen Anstoß am Realismus. So jüdisch sollte Jesus nicht aussehen. Das war ein Skandal. Dabei hat Liebermann seine erste Fassung überarbeitet, in dieser trug Jesus noch sehr deutlich zu erkennende Schläfenlocken und schwarze Haare. Aber schon die überarbeitete Version war zu viel. Man war entrüstet, dass ein jüdischer Maler den Sohn Gottes als einen „Judenbengel“ darstellte. Kritiker sahen die Grenze der Blasphemie deutlich überschritten.
Dass der Sohn Gottes, aber eben auch ein „Judenbengel“ ist, legt uns allein schon das Lesen der Heiligen Schrift nahe. Insbesondere dem Evangelisten Lukas liegt das Jüdischsein Jesu am Herzen. Und uns auch. Darum herzliche Einladung zum Tora-Lerntag!

An diesem Tag wird auch der Werner-Sylten-Preis verliehen, der den christlich-jüdischen Dialog in der EKM befördern soll.

Termin: 27. Januar 2021 (9.30 Uhr bis 15 Uhr)
Ort: Landeskirchenamt der EKM, Michaelisstraße 39, 99084 Erfurt  

Leitung: Pfr. Teja Begrich und der Beirat für christlich-jüdischen Dialog der EKM
Referenten: Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens (Darmstadt), Prof. Dr. Christfried Böttrich (Greifswald) Zielgruppe: Pfarrerinnen, Gemeindepädagogen, alle Interessierten

Kontakt: KRin Charlotte Weber, Landeskirchenamt der EKM, Referat G3, Telefon (0361) 51800-331, Telefax (0361) 51800-319, charlotte.weber@ekmd.de

Anmeldeschluss: 20. Januar 2021  
Aufgrund der Corona-Beschränkungen kann voraussichtlich keine Verpflegung angeboten werden. Eine entsprechende Mittagspause zur Nutzung des gastronomischen Angebots im Umkreis wird eingeplant.
Bitte melden Sie sich verbindlich zum Tora-Lerntag an, damit die vorhandenen Plätze optimal ausgenutzt werden können

Anmeldung:
Landeskirchenamt der EKM, Referat G3, Telefon (0361) 51800-320, Telefax (0361) 51800-319, janine.midkiff@ekmd.de


 

„Die Kirche fördert das christlich-jüdische Gespräch, setzt sich für die Versöhnung mit dem jüdischen Volk ein und tritt jeder Form von Judenfeindschaft entgegen.“

Laut Art. 2 (6) der Kirchenverfassung der EKM ist der christlich-jüdische Dialog eine wichtige Aufgabe der Landeskirche.

Er wird durch einen Beauftragten der EKM für christlich-jüdischen Dialog: Teja Begrich und einen ihm zugeordneten Beirat gepflegt.

Zur Erfüllung der Aufgabe wirken der Beauftragte mit dem Beirat hin auf

  1. die Begegnung mit dem lebendigen Judentum, vor allem durch den Kontakt zu den jüdischen Gemeinden auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und nach Israel,
  2. die Aufarbeitung historischer Themen, insbesondere in Hinblick auf die Verantwortung der Kirche bei der Verfolgung und Vernichtung jüdischen Lebens,
  3. die Verankerung der Ergebnisse des christlich-jüdischen Dialogs in Gottesdienst und Gemeindearbeit,
  4. die Berücksichtigung des christlich-jüdischen Dialogs in der Aus- und Weiterbildung.

Studientage machen sichtbar, wie die Erkenntnisse des christlich-jüdischen Dialogs in der Gemeindearbeit, in Gottesdienst und Kirchenmusik genutzt werden können. Am 22. Januar 2020 ist ein Studientag zum Buch Deuteronomium (Flyer: Tora-Lerntag zum Thema der Bibelwoche 2020/Anmeldung) in Erfurt geplant.

Studientage machen sichtbar, wie die Erkenntnisse des christlich-jüdischen Dialogs in der Gemeindearbeit, in Gottesdienst und Kirchenmusik genutzt werden können.

Die 2. Landessynode der EKM hat sich in Auseinandersetzung mit „Martin Luther und die Juden. Erbe und Auftrag“ verpflichtet:

  • ... jeder Form von Antisemitismus zu widersprechen
  • ... in Lehre und Leben das religiöse Selbstverständnis der Judentums zu achten
  • ... für Religionsfreiheit einzustehen und der Entrechtung, Diskriminierung und Zerstörung jüdischen Lebens entgegenzutreten
  • ... den Reichtum der jüdischen Schriftauslegung wahrzunehmen und sich mit antijüdischen Interpretationen der Bibel auseinanderzusetzen

Werner-Sylten-Preis

Der Werner-Sylten-Preis der EKM wird für Projekte zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs vergeben. Dazu zählen Projekte, die Antisemitismus widersprechen, das jüdische Erbe unseres Landes und des Christentums wahrnehmen, sich mit kirchlichem Antijudaismus auseinandersetzen und für Begegnung mit dem lebendigen Judentum eintreten.

Bisherige Preisträger:

Preisträger des Werner-Sylten-Preises der EKM für christlich-jüdischen Dialog

Kollekte

Die Kollekte „Christlich-jüdische Dialog der EKM“ hilft Kirchenkreisen, Kirchengemeinden und Initiativen bei der Durchführung von Projekten und Begegnungen.

Kunstprojekt

Der Wanderer / 2020
Photos: © Katharina Gahlert

Israelvergessenheit, Antisemitismus – Wie beeinflusst dies unser Denken und Reden bis heute, auch in der Kirche und an Orten, an denen man es nicht vermutet? Mit dieser Fragestellung schrieb der Beirat der EKM für christlich-jüdischen Dialog 2019 ein Kunstprojekt aus. Anlass war die Erinnerung an die Gründung des Eisenacher „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ vor 80 Jahren.

Zur Realisierung ausgewählt wurde das Kunstprojekt „Der Wanderer“ der Künstlerin Michal Fuchs. Dieses wird ab dem 21. September 2020 neu in Wittenberg zu sehen sein.

 

Ort der Ausstellung: Ev. Akademie Sachsen-Anhalt e.V. | Schlossplatz 1d | 06886 Lutherstadt Wittenberg
Datum der Eröffnung: 21. September 2020
Enddatum: 13. November 2020
Öffnungszeiten: Mo.-Do. 8-16 Uhr | Um Anmeldung wird gebeten Tel.: 03491 4988-0 oder info@ev-akademie-wittenberg.de
Weitere Informationen und Bilder:  https://michalfuchs.com/


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