„Die Kirche fördert das christlich-jüdische Gespräch, setzt sich für die Versöhnung mit dem jüdischen Volk ein und tritt jeder Form von Judenfeindschaft entgegen.“

Laut Art. 2 (6) der Kirchenverfassung der EKM ist der christlich-jüdische Dialog eine wichtige Aufgabe der Landeskirche.

Er wird durch einen Beauftragten der EKM für christlich-jüdischen Dialog: Teja Begrich und einen ihm zugeordneten Beirat gepflegt.

Zur Erfüllung der Aufgabe wirken der Beauftragte mit dem Beirat hin auf

  1. die Begegnung mit dem lebendigen Judentum, vor allem durch den Kontakt zu den jüdischen Gemeinden auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und nach Israel,
  2. die Aufarbeitung historischer Themen, insbesondere in Hinblick auf die Verantwortung der Kirche bei der Verfolgung und Vernichtung jüdischen Lebens,
  3. die Verankerung der Ergebnisse des christlich-jüdischen Dialogs in Gottesdienst und Gemeindearbeit,
  4. die Berücksichtigung des christlich-jüdischen Dialogs in der Aus- und Weiterbildung.
  5. Studientage machen sichtbar, wie die Erkenntnisse des christlich-jüdischen Dialogs in der Gemeindearbeit, in Gottesdienst und Kirchenmusik genutzt werden können. Am 9. Januar 2019 ist findet ein Studientag zum Philipperbrief in Halle statt. Für 2020 ist ein Studientag zum Buch Deuteronomium am 15. Januar 2020 in Erfurt geplant.

Studientage machen sichtbar, wie die Erkenntnisse des christlich-jüdischen Dialogs in der Gemeindearbeit, in Gottesdienst und Kirchenmusik genutzt werden können.

Die 2. Landessynode der EKM hat sich in Auseinandersetzung mit „Martin Luther und die Juden. Erbe und Auftrag“ verpflichtet:

  • ... jeder Form von Antisemitismus zu widersprechen
  • ... in Lehre und Leben das religiöse Selbstverständnis der Judentums zu achten
  • ... für Religionsfreiheit einzustehen und der Entrechtung, Diskriminierung und Zerstörung jüdischen Lebens entgegenzutreten
  • ... den Reichtum der jüdischen Schriftauslegung wahrzunehmen und sich mit antijüdischen Interpretationen der Bibel auseinanderzusetzen

Werner-Sylten-Preis

Der Werner-Sylten-Preis der EKM wird für Projekte zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs vergeben. Dazu zählen Projekte, die Antisemitismus widersprechen, das jüdische Erbe unseres Landes und des Christentums wahrnehmen, sich mit kirchlichem Antijudaismus auseinandersetzen und für Begegnung mit dem lebendigen Judentum eintreten.

Preisträger 2018:

Kollekte

Die Kollekte „Christlich-jüdische Dialog der EKM“ hilft Kirchenkreisen, Kirchengemeinden und Initiativen bei der Durchführung von Projekten und Begegnungen.

Kunstprojekt

In Eisenach jährt sich im April 2019 zum 80. Mal das Gründungsdatum des Eisenacher „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“. Der Beirat für christlich-jüdischen Dialog schreibt aus diesem Anlass das Kunstprojekt "Mit Judenhass vergiftet – Versuch einer Entgiftung im Protestantismus" aus; es soll die Problematik dieser Prägung sichtbar machen: Israelvergessenheit, Antisemitismus – Wie beeinflusst dies unser Denken und Reden bis heute, auch in der Kirche und an Orten, an denen man es nicht vermutet?


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