PM 17 | 13.02.2006
Archaeologische Untersuchungen am Augustinerkloster

Start der archäologischen Ausgrabungen am Erfurter Augustinerkloster
Geschichte auf den Grund gehen: Ältester Friedhof Erfurts vermutet
Wiederaufbau der historischen Klosterbibliothek bis Ende 2008

Mit einem kleinen Bagger hat am heutigen Montagmorgen (13.2.) Kurator Lothar Schmelz die archäologischen Ausgrabungen am Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt gestartet. Die Aus­grabungen gehen dem geplanten Wiederaufbau von zwei Waidhäusern und der historischen Bib­liothek des Augustinerklosters voraus. Die Stadt Erfurt hat die Baugenehmigung für den Wieder­aufbau bereits erteilt und dabei das Kloster mit den archäologischen Untersuchungen beauflagt. Die Grabungen werden vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie angeleitet.

Zunächst soll entlang der Längsachse der ehemaligen Bibliothek ein ein Meter breiter und dreiein­halb Meter tiefer Graben ausgeschachtet werden. „Wir sind sehr gespannt, welche Einblicke in die Geschichte Erfurts mit den Grabungen ans Tageslicht geholt werden. Um das Augustinerkloster könnte einer der ältesten Friedhöfe Erfurts gelegen haben. Aber das sind Vermutungen, denen die Archäologen nun auf den Grund gehen“, so Schmelz. Interessant sei auch das Ergebnis einer vor drei Monaten angesetzten Probebohrung. Dabei ist ein weiterer Gewölbekeller unter den Waid­häusern entdeckt worden. Bisher waren die Archäologen davon ausgegangen, dass nur unter einem der ehemaligen Waidhäuser ein Keller sei.

Die archäologischen Untersuchungen sollen im Mai 2006 abgeschlossen sein. Danach soll mit dem Wiederaufbau der Waidhäuser und der Bibliothek begonnen werden. Voraussetzung sei allerdings, so Schmelz, dass die angekündigten Fördermittel für das insgesamt 5 Millionen Euro teure Wiederaufbauprojekt auch bereitgestellt werden. Nach einem Beschluss des Erfurter Stadt­rates soll das Projekt mit 1,3 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln unterstützt werden. Auch ein Vorbescheid des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege über 160.000 Euro sei beim Kloster eingegangen. Weitere Zuschüsse seien vom Freistaat Thüringen, der Föderation Evangeli­scher Kirchen in Mitteldeutschland, dem Bundesverwaltungsamt mit Sitz in Bonn und von Wirt­schaftsunternehmen zu erwarten.

Die Waidhäuser und die historische Klosterbibliothek waren am 25. Februar 1945 durch zwei Luftminen zerstört worden. Dabei sind 267 Menschen umgekommen, die in einem Keller Schutz vor dem Luftangriff gesucht hatten. „Mit dem Wiederaufbau wollen wir eine alte Wunde schlie­ßen und gleichzeitig einen exklusiven Veranstaltungsort in dem wiederhergestellten Ensemble schaffen“, kündigte Schmelz an. Nach den Plänen des Klosters soll das wiederaufgebaute Biblio­theksgebäude Ende 2008 genutzt werden können.

Bei Rückfragen: Kurator Lothar Schmelz, 0361-5 76 60 32 oder 0177-8045352


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