PM 140 | 03.09.2019
Tag des offenen Denkmals am 8. September

Kirchenführungen, Konzerte, Feste und Ausstellungen in der EKM

Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September lädt auch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) dazu ein, ihre vielfältigen Gebäude zu besichtigen. Am kommenden Sonntag sind Kirchen, Kapellen, Klöster und Pfarrhäuser für Besucher zugänglich, die sonst gar nicht oder nur unregelmäßig geöffnet haben. Auf dem Programm stehen bei vielen Kirchengemeinden Führungen, Feste, Theateraufführungen, Ausstellungen und Konzerte.

Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Vielerorts stehen revolutionäre Ideen oder der technische Fortschritt im Fokus. Was heute als alt erscheint, war nicht immer alt. Viele Denkmale, die heute selbstverständlich erscheinen, waren zu ihrer Entstehungszeit modern und revolutionär.

Veranstaltungen (Auswahl) zum Denkmaltag in Sachsen-Anhalt/Sachsen/Brandenburg:

Die Dorfkirche St. Thomas in Pretzien zählt zu den ersten steinernen Sakralbauten östlich der Elbe. Sie wurde aus heimischem Quarzitgestein unter Albrecht dem Bären durch Mönche des Prämonstratenserordens aus dem Leitzkauer Kloster erbaut. Zum Denkmalstag (17 Uhr) wird in der Dorfkirche Pretzien ein Konzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie aufgeführt.
In der ehemaligen Benediktiner-Klosterkirche St. Peter und Paul in Groß Ammersleben gibt es nach dem Gottesdienst (10 Uhr) einen Vortrag über die Geschichte und den Klang der Glocken. Am Nachmittag (16 Uhr) spielt das „Rossini Quartett“ ein Konzert in der Klosterkirche, die zur Straße der Romanik gehört.
In der Patronatskirche in Flechtingen ist ein mit dem Ablasshandel verbundener  sogenannter „Tetzelkasten“ zu sehen. Zum Tag des offenen Denkmals lädt der Musikkreis „Laudate“ der Ev. Kirchengemeinde St. Marien Haldensleben zu einem Konzert (15 Uhr) in die Flechtinger Patronatskirche ein.

Von der Dorfkirche in Zabakuck steht heute nur noch eine Ruine. Im II. Weltkrieg wurde die Kirche durch Granateneinschläge und Kampfhandlungen stark beschädigt. Pfingsten 1973 stürzte ein Drittel des Kirchendaches und im Juni 1980 ein weiteres Drittel ein. Das letzte Drittel wurde 1983 wegen Einsturzgefahr abgetragen. Am Sonntag gibt es in der Ruine eine Ausstellung zur Chronik der Kirche und des Dorfes Zabakuck.
Die St.-Georg-Stadtkirche in Teuchern wurde 1611 auf dem Gelände der ehemaligen Burg Teuchern unter Heinrich von Berlepsch errichtet. Am Sonntag wird in der Stadtkirche ein Konzert gespielt mit geistlicher Musik von Reinhard Keiser, der 1674 in Teuchern geboren wurde.
Die spätromanische Doppelkapelle „Sanctae Crucis“ in Landsberg gilt als Kleinod sakraler Baukunst der Stauferzeit. Am Denkmalstag (14.30 Uhr) sind dort „Alte und neue Gitarrenklänge im historischen Klangraum“  von Schülern der Kreismusikschule Carl Loewe zu hören.
Die Kirche in Löbnitz im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch ist bereits 1185 als Backsteinbasilika erwähnt. Sehenswert ist die Bilderdecke von Christian Schilling mit 250 Bildertafeln. Am Sonntag wird der umgestaltete Pfarrgarten „Ave von Schönfeld“ samt Kinderspielplatz eröffnet und eine neue Skulptur enthüllt. Die Radfahrerkirche am Elberadweg in Altbelgern in Brandenburg lädt am Tag des offenen Denkmals zu einer Rast ein.

 

Veranstaltungen (Auswahl) zum Denkmaltag in Thüringen:

Führungen finden zum Beispiel am 7. und 8. September im Erfurter Augustinerkloster statt. Zum Programm gehören außerdem ein Orgelkonzert, Abendgebete und ein Gottesdienst mit Propst Dr. Christian Stawenow. Die Friedenskirche in Bad Liebenstein ist am 8. September ab 10 Uhr geöffnet, am Nachmittag wird zu Kirchen-, Orgel- und Glockenführungen eingeladen. Der Denkmaltag beginnt in der Bergkirche St. Marien in Schleiz um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, anschließend ist die Kirche offen, und ab 14 Uhr gibt es fortlaufende Führungen in die Fürstengruft. Zur Langen Nacht der Kirchen ist am 7. September ab 18 Uhr die Kirche in Stützerbach geöffnet, um 20 Uhr findet eine Orgel- und Kirchenführung statt, um 24 Uhr gibt es zum Abschluss eine Andacht.
Einige Kirchengemeinden haben ein umfangreiches Programm organisiert. So lädt der „Förderverein der Kirche St. Peter und Paul zu Nottleben“ zum Sommerfest mit Andacht, Musik, Theater und Puppenspiel ein (7. September, 14-21 Uhr, 8. September, 10-18 Uhr). Im Kirchspiel Wiehe sind zwischen 9.30 und 16 Uhr zahlreiche Kirchen geöffnet. Zum Programm gehören Kurzandachten, ein Festgottesdienst mit Jagdhornbläsern sowie eine Abendmahlsausstellung und die Besichtigung der Gruft in der Bartholomäuskirche Wiehe. In Apfelstädt wird am 7. September nach einem Konzert mit den Apfelstädter Adjuvanten (14 Uhr, St.-Walpurgis-Kirche) zum Denkmalfest mit Kulinarischem sowie Puppenspiel und Bastelangeboten eingeladen. In der Kirche kann eine Ausstellung zur Regional- und Kirchengeschichte und der Altar von Timm Kregel besichtigt werden, in der Pfarrscheune sind Bilder des Mal- und Zeichenzirkels Erfurt zu sehen.  Am 8. September findet von 11-15.30 Uhr das Druck- und Grafikfest im Wanderslebener Pfarrhof statt. Unter Anleitung kann gedruckt werden und ein Buchbinder führt sein Handwerk vor. Um 13 Uhr stellt der Kinderbuchautor Hubert Schirneck aus Weimar seine Bücher vor. Bei der Lesung wird die Illustratorin Ina Hattenhauer die Texte live mit Zeichnungen versehen, wobei die Besucher mitbestimmen dürfen, wie die Figuren aussehen sollen. Die St.-Petri-Kirche kann ab 10 Uhr besichtigt werden. Der Gothaer Chor Cantabile rundet um 16 Uhr den Tag mit einem Konzert in der Kirche ab. In Kahla wird ab 14 Uhr ein großes Gemeindefest zum Abschluss der Außensanierung der Stadtkirche St. Margarethen auf dem Hof der Altstadtschule gefeiert. Es gibt Kirchenführungen und Informationen zu den abgeschlossenen Arbeiten sowie zur geplanten Innensanierung als Voraussetzung für den Bau einer Johann-Walter-Orgel. In der „St. Trinitatiskirche“ in Bechstedt-Wagd kann ab 10 Uhr die morgendliche Stille der offenen Kirche zum „Kerze anzünden, beten, singen, sich umschauen“ genutzt werden, ab 14 Uhr wird zur Turmbesteigung und Kaffeetafel eingeladen, um 14.30 Uhr gibt es eine Zeitreise durch die Kirche. Ein Kinder- und Familienfest steht ab 14 Uhr im Pfarrgarten Großkorbetha mit dem Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ sowie Angeboten zum Singen, Spielen und Basteln auf dem Programm.

Außerdem sind Konzerte der verschiedensten Musikrichtungen im Angebot. Bereits am 7. September spielen Mami Nagata & Kensuke Ohira an der Orgel im Eröffnungskonzert zur Langen Nacht der Kirchen des Kirchenkreises Henneberger Land in der Kreuzkirche Suhl  Werke von Bach, Böhm und Schumann (18  Uhr). Am 8. September heißt es „Musik im Denkmal - Orgel und mehr“ in der Dorfkirche Keila (15 Uhr). Im Konzert unter dem Motto „Die Welt braucht Lieder - Merci, Genie!“ gibt es in der evangelischen Kirche in Merkers Lieder von Udo Jürgens mit Benedikt Blum (Piano, Staatsoper Wien) und Susanne Grüttner (Geige, Landesjugendorchester Thüringen). Im Anschluss wird in den Kirchgarten eingeladen. Ein szenisches Orgelmärchen für Kinder und Erwachsene „Die Bremer Stadtmusikanten“ für Sprecher, Orgel und Pauken ist in Bad Salzungen geplant (15 Uhr, Stadtkirche). In Konzerten zum Deutschen Orgeltag erklingen in der Kirche in Denstedt Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy und Arvo Pärt durch KMD Wiltrud Fuchs (16 Uhr) sowie Transkriptionen von Franz Liszt und Improvisationen mit Winddrossel durch Michael von Hintzenstern (17 Uhr). Ein Konzert zum Jubiläum 25 Jahre Posaunenchor Bettenhausen mit dem Posaunenchor, dem Männerchor Bibra, dem Kirchenchor Musika Grabfeld und Orgelmusik gibt es in Grabfeld (16 Uhr). „BACH zum Tag des Offenen Denkmals“ heißt es in Weimar in der Jakobskirche um 14, 16 und 18 Uhr, wenn Katharina Müller (Violine) und Anne Hoff (Cembalo) Sonaten für Violine und obligates Cembalo von Johann Sebastian Bach erklingen lassen. Ein Konzert für Viola d´amore und Orgel wird in Sangerhausen angeboten (17 Uhr, St. Ulrichkirche). Als Benefizkonzert für die Sauer-Orgel ist die 1417. Abendmotette in Saalfeld/Saale angekündigt. Der Kammerchor der Schlosskapelle Saalfeld, das Collegium Musicum Kleinbocka, der Posaunenchor Graba und Andreas Marquardt (Orgel) führen unter anderem Werke von Gottfried August Homilius, Heinrich Schütz und Georg Philipp Telemann auf (18 Uhr, Johanneskirche). Ein „Konzert für Sopran & Orgel“ gibt es in Bad Liebenstein (19 Uhr, Friedenskirche).

Weitere Informationen im Internet: www.tag-des-offenen-denkmals.de

 

Hintergrund:
Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September sind historische Bauten und Stätten in ganz Deutschland geöffnet, die sonst nicht regelmäßig zugänglich sind. Ziel der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ und ihrer Mitstreiter ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren sowie Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Mehr als 7.500 Bau- und Bodendenkmale haben bundesweit für Besucher geöffnet. Der „Tag des offenen Denkmals“ ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats.
Auf dem Gebiet der EKM stehen 3.996 Kirchengebäude. Davon entfallen auf Thüringen 1.918, Sachsen-Anhalt 1.784, Sachsen 152 und Brandenburg 142. Um den Erhalt der Gebäude kümmern sich unter anderem 450 Kirchbaufördervereine. 98 Prozent der Kirchengebäude in der EKM stehen unter Denkmalschutz.

RÜCKFRAGEN

Friedemann Kahl, 0151-59128575, oder Susanne Sobko, 0162-2048755


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