PM 172 | 13.11.2019
Totengedenken sowie Konzerte zum Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag

Seminar mit Sargbau und Buch über den Abschied am Totenbett

Viele Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) verbinden den Volkstrauertag (17. November) und den Ewigkeitssonntag (24. November) mit dem Gedenken an die Verstorbenen des vergangenen Jahres. Dazu gehören auch besondere kirchen-musikalische Angebote. Außerdem wird mit Kranzniederlegungen und Mahnwachen an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erinnert.

Veranstaltungen in Thüringen (Auswahl):

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eisenach veranstaltet am 17. November um 10 Uhr einen Bittgottesdienst für den Frieden in der St. Georgenkirche. Der Volkstrauertag wird zum Anlass genommen, an die zu erinnern, die in Kriegen, durch Gewalt und Terror zu Opfern geworden sind, sowie um Frieden zu bitten. Im Anschluss findet traditionell eine ganztägige Mahnwache am Mahnmal am Turm der Georgenkirche statt. Am Ewigkeitssonntag werden in allen Eisenacher Kirchen die Namen der Verstorbenen der Kirchengemeinde verlesen und Kerzen für sie angezündet. Die Familien erhalten eine Einladung. Die Kerzen können nach dem Gottesdienst von den Angehörigen mitgenommen werden. Um 14 Uhr findet auf dem Friedhof eine Andacht mit dem Eisenacher Posaunenchor statt.

Eine Handreichung zum Abschied am Totenbett mit dem Motto „Der Engel des Herren gebe dir Schutz und Geleit - Abschied am Totenbett“ wird am 20. November (19 Uhr) in der Nikolaikirche in Eisenach vorgestellt. Sie soll Angehörigen und Pflegekräften eine Hilfe sein, den Abschied in einfacher und würdevoller Form zu gestalten, und nimmt die christliche Tradition der Aussegnung auf, die vielerorts in Vergessenheit geraten ist. Monika Müller, eine der Wegbereiterinnen der Hospizarbeit und Palliativversorgung in Deutschland, hält dazu einen Vortrag unter dem Thema „Das Zeitliche segnen“. Sie ist eine gefragte Referentin bei nationalen und internationalen Kongressen und gehört zum Beraterkreis der Bundesrepublik für diese Fragen. Der Abend wird musikalisch gestaltet durch das Quartett „IsenacuMusica“.

Zum Seminar für Männer über Leben und Tod mit geistlichem Tiefgang und praktischen Arbeiten unter dem Motto „Der Tod gehört zum Leben“ lädt der CVJM Thüringen e.V. vom 14. bis 17. November in Saalfeld ein. „In dem Seminar wollen wir das eigene Ende bedenken und die Zukunft in den Blick nehmen“, heißt es dazu. Neben der Diskussion um Themen wie Leben und Ewigkeit geht es in der Praxis darum, einen Sarg zu bauen, ein Totenbrett zu gestalten, eine Grabrede zu schreiben und den eigenen Trauergottesdienst zu planen.

Wolfgang Amadeus Mozarts „Requiem“ sowie das „Ave Verum Corpus“ und Johann Sebastian Bachs Kantate „Ich habe genug“ erklingen am 17. November in Ilmenau. Ausführende sind Bachchor Ilmenau, Weimarer Kammerphilharmonie und Solisten unter Leitung von Hans-Jürgen Freitag.

In Jena gibt es am 23. November (Stadtkirche, 20 Uhr) ein Konzert mit Ben Becker unter dem Motto „Ich, Judas – Einer unter euch wird mich verraten“. Am 24. November folgt ein Konzert mit Musik zum Ewigkeitssonntag mit dem Ensemble La Copagnia (Stadtkirche, 16 Uhr).

Ebenfalls am 24. November ist in Gotha ein Musikalischer Gottesdienst mit dem Thema „300 Jahre Stölzel in Gotha geplant. Es erklingt die Kantate „Was du tust, so bedenke das Ende“ mit Solisten, der Gothaer Kantorei und Mitgliedern der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. In Meiningen (10 Uhr, Stadtkirche) gestalten den Bachkantatengottesdienst „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ das Meininger Bachkantatenprojekt, das Meininger Residenzorchester und Vokalsolisten unter Leitung von Kantor Sebastian Fuhrmann.
Eine Musikalische Motette zum Ewigkeitssonntag ertönt in der Kirche Jüdewein (17 Uhr).

Gottesdienste und Andachten finden nicht nur in Kirchen und Kapellen statt: So gibt es am Volkstrauertag in Steinsdorf auf dem Friedhof einen Gottesdienst (11 Uhr) und am Kriegsmahnmal Langenroda das Kriegsgedenken (14 Uhr). Zum Ewigkeitssonntag wird in Weida auf dem Friedhof 14 Uhr zum Choralblasen und 15 Uhr zur Trostmusik in der Friedhofskapelle sowie in Weimar zur Andacht auf dem Hauptfriedhof mit dem Posaunenchor der Kreuzkirche eingeladen (15 Uhr).

Eine Gedenkfeier „Der Tod ist der Grenzstein des Lebens aber nicht der Liebe“
organisiert die Notfallseelsorge & Krisenintervention des Saale-Orla-Kreises für Hinterbliebene und Trauernde am 16. November (14 Uhr, Gemeindehaus in Schleiz).
Eingeladen sind auch Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr, die
oft mit Leid und Tod konfrontiert werden. Gedenken der Verstorbenen, Kerzen entzünden, Musik und Fürbitten, sowie nachdenkliche und ermutigende Impulse
prägen die Gedenkfeier. Im Anschluss sind bei einem Imbiss Gespräche möglich.

Das Gedenken an die anonym Verstorbenen der Stadt Suhl als gemeinsame Veranstaltung der Stadt sowie der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinde für alle ohne Angehörige vom Ordnungsamt Bestatteten des vergangenen Jahres ist am 16. November in Suhl geplant.
„Stille Momente“ heißt es im Augustinerkloster Gotha am 16. November ab 17 Uhr: Kunstgalerie, Kreuzgang und Kirche stehen offen, ein persönlicher Segen kann empfangen werden, eine Anleitung zur Meditation, das Verweilen in der Stille und der gemeinsame Austausch sind möglich.

Am 20. November (Buß- und Bettag) gibt es in Gera gleich zwei Veranstaltungen:
Unter dem Motto „Seitdem ist alles anders“ als Lesung und Gespräch mit Maria Stork über den Umgang mit Suizid (19 Uhr, Gemeindehaus St. Elisabeth) sowie mit dem Thema
„Mein (Arbeits-)Leben mit dem Tod“ als Vortrag des Palliativmediziners Dr. Johannes Keßel (10 Uhr, Lutherhaus). In Jena spricht Dr. Klaus Abendroth unter dem Motto „Höllenpein und Fegefeuer - tut Buße! In Bildern von der Antike bis zur Reformation“ über christliche Glaubensvorstellungen von der Hölle und ihre Darstellung in der Kunst (9.30 Uhr, Lutherhaus).

„Behütet sterben“ lautet ein Seminar im Kloster Volkenroda vom 15. bis 17. November.
„Gestorben wird immer. Darüber gesprochen zu wenig. Das Thema Tod und Sterben ist aus unserem Alltag verdrängt und wirft Berührungsängste und Fragen auf. Das Seminar gewährt verschiedene Blickwinkel – psychosozial-seelisch und palliativ-medizinisch – und möchte Angehörige und nicht zuletzt jeden Menschen mit den Facetten eines Lebensendes vertraut machen“, heißt es dazu.

Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt (Auswahl):

Vom 9. bis 24. November kann von Montag bis Freitag zwischen 11 und 18 Uhr in der Hoffnungskirche Wittenberg die Ausstellung „Hoffnung für die letzte Reise“ besucht werden. „Es ist eine Ausstellung, die Mut machen will, sich mit dem Tod auseinander zu setzen, mit der eigenen Endlichkeit, mit Trauer und Verlust, aber auch mit der Hoffnung auf den Himmel“, beschreibt Ausstellungsmacher Diakon Lutz Barth seine Motivation. Es werden unter anderem Koffer von verschiedenen Personen gezeigt, die überlegt haben, was sie auf ihre letzte Reise mitnehmen würden, zum Beispiel ist der Koffer des Oberbürgermeisters zu sehen. Das Katharina-von-Bora-Hospiz betreut während der Ausstellung ein Café in der Kirche. Ab 19.30 Uhr finden jeweils kulturelle oder informative Veranstaltungen statt wie themenbezogene Konzerte und Vorträge.

In Stendal sind am 18. November (15 Uhr) zum Trauercafé in den Räumen des ambulanten Hospizdienstes alle Betroffenen, Familienangehörigen sowie Freunde und Bekannte, die um einen lieben Menschen trauern, herzlich eingeladen. Die Jahresandacht des Evangelischen Hospizes Stendal für alle Trauernden findet am 22. November (18 Uhr) im Dom statt.
    
Zum Volkstrauertag (17. November) gibt es in Naumburg ein Orgelkonzert: Studierende der Hochschule für Musik Weimar spielen Musik von Bach, Mendelssohn, Rossi und Schumann (17 Uhr, Kirche St. Wenzel).

Zum Ewigkeitssonntag (24. November) wird in Halle (Saale) zum Abendmahlsgottesdienst mit Kantate und Kindergottesdienst eingeladen (10 Uhr, Marktkirche „Unser Lieben Frauen“). In Annaburg singt der russische Männerchor „Heiliger Wladimir“, der Eintritt ist frei, um Spenden zur Deckung der Unkosten und für ein russisches Kinderkrankenhaus wird gebeten (19 Uhr, Kirche).

RÜCKFRAGEN

Susanne Sobko, 0162-2048755

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