PM 083 | 24.06.2020
Werner-Krusche-Preis 2020 für Philine Lewek

Diplomarbeit zum Begriff des Abendlandes ausgezeichnet

Der Werner-Krusche-Hochschulpreis geht in diesem Jahr an Philine Lewek für ihre Diplomarbeit „Abendland. Eine religionswissenschaftliche Perspektive auf die Politisierung des Religiösen“. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und die Evangelische Kirche Anhalts vergeben den mit 1.000 Euro dotierten Werner-Krusche-Hochschulpreis jährlich für ökumenische, konfessionskundliche, interreligiöse und religionswissenschaftliche Studienarbeiten. Philine Lewek ist Absolventin der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

„Der Bezug auf Begriff und Konzept Abendland wird aktuell in politischen Debatten vor allem von rechter, nationalkonservativer und rechtspopulistischer Seite verwendet. Die Arbeit von Philine Lewek klärt, was die sogenannte „Neue Rechte“ ist, welche Akteure, Strukturen und Ideologien sie auszeichnet, wie sie sich auf das Christentum beziehen und welche Stoßrichtung jeweils der Bezug auf das Abendland hat. Der Autorin geht es insgesamt darum, die komplexe Konstellation aus Religion, Politik und Identität bei der Begriffsverwendung Abendland aufzuklären“, heißt es in der Begründung der Jury.

Im Gedenken an bleibende Impulse des früheren Bischofs Dr. Werner Krusche regt die Arbeitsgemeinschaft „Konfessionen – Weltanschauungen“ unter dem Anspruch „Verankert sein und offen werden“ zur Auseinandersetzung an. Die eingereichten Arbeiten beschäftigen sich mit Fragen von Identität und Dialog oder leisten einen ökumenischen Beitrag zu aktuellen Fragestellungen.

Hintergrund
Werner Krusche (1917-2009) stammte aus Sachsen und begann sein Theologiestudium in Leipzig. Nach Rückkehr aus der britischen Kriegsgefangenschaft setzte er es in Bethel, Heidelberg, Göttingen und Basel fort. 1954 kam er in die DDR und war als Pfarrer, Studiendirektor und Theologiedozent tätig. 1968 wurde er zum Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (Magdeburg) gewählt. Wegweisend für den ostdeutschen Protestantismus wirkte Dr. Werner Krusche von 1981 bis 1983 als Vorsitzender des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR und als Vorsitzender der Konferenz der Kirchenleitungen. Werner Krusche verkörperte ein couragiertes Christsein als Minderheit und setzte sich als Brückenbauer zwischen Ost und West für Versöhnung ein.

RÜCKFRAGEN

Charlotte Weber, 0361-51800331


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