PM 037 | 24.03.2022
Landesbischof begrüßt Erklärung zum Ukraine-Konflikt

Für friedliche Lösung, gegen Kürzung von Mitteln der Entwicklungshilfe

Die Kirchenkonferenz als Organ aller Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat in einer Erklärung zum Ukraine-Konflikt friedliche Konfliktlösungen favorisiert, Russland zur Beendigung der Gewalt aufgefordert und die Hilfe für Flüchtlinge begrüßt. Gleichzeitig wird davor gewarnt, die Betroffenen von Kriegen in anderen Regionen zu vernachlässigen. Die Bundesregierung wird aufgefordert, von der beabsichtigten Kürzung der Mittel für Entwicklungshilfe abzusehen. Außerdem wird dazu aufgerufen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt bei uns zu fördern. Die Erklärung ist zu finden unter: www.ekd.de/kirchenkonferenz-ukraine. Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), begrüßt die Erklärung der Kirchenkonferenz ausdrücklich.

„Ich finde es ein wichtiges Zeichen, dass wir in der Kirchenkonferenz klar mit einer Stimme zum Frieden mahnen und dem Hass entgegentreten. Besonders deshalb, da es auch unter uns sehr unterschiedliche Wahrnehmungen und widersprüchliche Beurteilungen des Krieges und zu friedensethischen Fragen gibt. Darüber wurde intensiv diskutiert, die Ambivalenzen kamen zur Sprache, und es wurde eine Einigung erzielt“, betont Kramer. Ihm ist es wichtig, dass über dem Ukraine-Konflikte nicht die Opfer von anderen Kriegen auf der Welt vergessen werden und zudem keine einseitigen militärischen Reaktionen befördert werden. „Ich finde es besorgniserregend, dass angesichts der 100 Milliarden zusätzlicher Rüstungsausgaben plötzlich in anderen wichtigen Bereichen gespart werden soll, beispielsweise bei der Entwicklungshilfe. In Haushaltsverhandlungen dürfen militärische Ausgaben nicht unhinterfragt bleiben. Wir stehen vor wichtigen zivilen Herausforderungen und ob mehr Rüstungsausgaben die Sicherheit erhöhen, ist mehr als fraglich – wir brauchen eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wofür wir die Steuergelder ausgeben“, fordert der Landesbischof.

Die Kirchenkonferenz hat sich in ihrer heute (24. März) beendeten zweitägigen Sitzung ausführlich mit dem Krieg befasst, den der russische Staatspräsident gegen die Ukraine begonnen hat. Der Kirchenkonferenz gehören alle leitenden Geistlichen (Bischöfinnen und Bischöfe) und leitenden Juristinnen und Juristen der 20 evangelischen Landeskirchen an. In der einstimmig verabschiedeten Stellungnahme bekräftigt die Konferenz ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, verurteilt den Krieg und dankt für die Spendenbereitschaft in Deutschland. „Hass und Gewalt dürfen nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat der Frieden. Christus ist unser Friede“, so die EKD-Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus, die das Gremium leitet. Zwar sei Frieden letztlich nicht mit Waffengewalt herzustellen. Dem bleibenden Wunsch nach Gewaltfreiheit stehe angesichts eines Aggressors, der Völkerrecht missachte und Kriegsverbrechen begehe, aber auch die Option gegenüber, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. „Das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine im Blick auf die gegen sie gerichteten Aggressionen ist unbestritten.“

In der Stellungnahme ruft die Kirchenkonferenz dazu auf, geflüchtete Menschen aufzunehmen und keine Spaltung zwischen verschiedenen Gruppen von Geflüchteten entstehen zu lassen. Ausdrücklich würdigt die Stellungnahme den Mut vieler orthodoxer Priester in Russland, die sich gegen den Krieg und die Position Ihrer Kirchenleitung geäußert haben. „Umso wichtiger ist es uns, einer pauschalen Wahrnehmung der russischen Orthodoxie und deren Einordnung in ein uniformes Feindbild von Russland entschieden entgegenzuwirken“, heißt es in dem Text. An die Bundesregierung appelliert die Kirchenkonferenz, angesichts der Auswirkungen des Krieges auf den globalen Getreidemarkt von der beabsichtigten Kürzung der Mittel für Entwicklungshilfe abzusehen.

Im Anhang finden Sie die gesamte Erklärung im Wortlaut.

RÜCKFRAGEN

Susanne Sobko, 0162-2048755

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