07.02.2020
Bündnisse gegen Rechts fordern Kemmerichs Rücktritt

Weimar (epd). In einem offenen Brief haben die Thüringer Bündnisse und Initiativen gegen Rechts den neuen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Es sei "blanker Hohn" gewesen, dass sich Kemmerich nach seiner Wahl am Mittwoch im Thüringer Landtag auch mit den Stimmen der AfD als erbitterten Gegner der Partei dargestellt habe, heißt es in dem am Donnerstag in Weimar verbreiteten Schreiben. Es sei unbegreiflich, dass der Liberale es zulasse, dass die Fehler der Vergangenheit erneut begangen würden.

Man begrüße es ausdrücklich, dass noch am Mittwoch viele Menschen die Gelegenheit genutzt hätten, ihren Unmut und die Enttäuschung auf die Straße zu tragen. Zugleich würden alle diese Menschen dazu aufgerufen, gemeinsam weiter für ein Thüringen zu kämpfen, "in dem Rassismus, Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie keine Chance haben".

Zum Thüringer Bündnis gegen Rechts zählt neben lokalen Initiativen auch "ezra", die Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).

FDP-Landeschef Thomas Kemmerich hatte am Mittwoch im Erfurter Landtag im dritten Wahlgang 45 der 90 abgegebenen Stimmen erhalten. Er setzte sich damit gegen Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) durch, der 44 Stimmen auf sich vereinen konnte. Die Wahl führte deutschlandweit zu einer heftigen Kontroverse und zu Demonstrationen in mehreren Städten.

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