Christliches Abendland – was soll das sein?

Renommierter deutsch-israelischer Historiker Michael Wolffsohn zu Gast bei „Theologischen Tagen“

Vom 17. bis 18. Januar 2018 finden an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wieder die „Theologischen Tage“ statt. Aus aktuellem gesellschaftspolitischem Anlass geht es dieses Mal um die Frage nach der europäischen Identität und deren (jüdisch-) christliche Wurzeln. Unter dem Titel: „Christliches Abendland. Was soll das sein?“ lädt die Universität zu Vorträgen und Diskussionen ein.

Beginnen wird der renommierte deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn. Er eröffnet die Tagung mit der streitbaren These, dass im Blick auf die Rede vom christlichen Abendland „mehr Fiktion als Fakt“ im Spiel sei.

„Nachdem der wuchtige Klang des Diktums vom Christlichen Abendland in der öffentlichen Rhetorik fast unhörbar geworden war, kehrt es als schrille Spitze in die Debatten um die kulturelle Identität Europas angesichts von Globalisierung, Pluralisierung und Migration zurück. Dabei wird, je nach politischem und regionalem Kontext, das Prädikat ‚christlich‘ mitunter auch als Abgrenzung gegenüber anderen Religionen und Kulturen gebraucht oder gar gegen die Kirchen und ihre Haltung im Blick auf Flüchtlinge und Europa gerichtet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Theologischen Fakultät im Vorfeld der Tagung. Die Auseinandersetzungen, für die das Christliche Abendland zum symbolischen Zentrum wird, könnten Gemeinden und Kommunen entzweien. Dies lasse danach fragen, was es mit dem Christlichen Abendland auf sich hat. Mit den Theologischen Tagen solle zum einen zur Versachlichung der Debatten beigetragen, aber auch Argumente für streitbare Diskurse geboten werden. Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands ist einer von drei Ausrichtern der Veranstaltung.

Die Theologischen Tage und alle Angaben dazu finden Sie auch im Internet unter www.theologie.uni-halle.de/st/theologische_tage_2018.
Es wird eine geringe Tagungsgebühr erhoben.