„Eine Predigt ist keine Tat, aber eine Tat eine Predigt“ | Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Johannes Daniel Falk

Am kommenden Sonntag (28. Oktober) lädt die Herderkirche in Weimar anlässlich des 250. Geburtstags von Johannes Daniel Falk zu einem Kantaten-Gottesdienst ein (10 Uhr). Falk gilt als Begründer der modernen Jugendsozialarbeit. Die beiden Pfarrer Axel Kramme und Sebastian Kircheis werden den Gottesdienst unter dem Motto „Soziale Herausforderungen heute“ gestalten.

Johannes Kleinjung begleitet an der Orgel. Die Kollekte ist für das Projekt „Tafel plus“ bestimmt. Um 17 Uhr startet dann der große Johannes-Umzug am Falk-Denkmal am Graben. Er zieht über den Lutherhof, den Markt und die Schillerstraße zum Historischen Friedhof. An den fünf Stationen erinnern Geschichten und Gedichte an den Dichter, Waisenvater und Begründer der Jugendsozialarbeit. Der Posaunenchor der Kreuzkirche und Schüler der Falk-Grundschule begleiten musikalisch.

Johannes Daniel Falk wurde am 28. Oktober 1768 in Danzig geboren und starb am 14. Februar 1826 in Weimar. Seinen Lebensunterhalt bestritt er zunächst als Schriftsteller und Publizist. Mit der französischen Besetzung Weimars nahm er ab 1806 politische Funktionen wahr, 1807 wurde er zum Legationsrat ernannt. 1813 rief Falk mit Weimarer Bürgern zur Gründung der „Gesellschaft der Freunde in der Not“ auf, um die Not und Armut, die Weimar nach den napoleonischen Kriegen ergriffen hatte, durch bürgerschaftliches und christliches Engagement zu lindern. Der „Lutherhof“ wurde zu einem Rettungshaus für heimatlos gewordene Waisenkinder. Einige Kinder nahm Falk bei sich zuhause auf. Andere vermittelte er an geeignete Pflegeeltern. Jugendlichen verhalf er zu einer Lehrstelle. Im "Lutherhof" wurde erstmals das Prinzip verwirklicht: Erziehung zur Freiheit durch Erziehung in Freiheit. Falk war, im Gegensatz zu den herkömmlichen Korrektionsinstituten, der Überzeugung, dass im Erziehungsheim Freude und Fröhlichkeit vorherrschen sollte. An diesen pädagogischen Grundsätzen hat er mit unerschütterlichem Optimismus festgehalten. Nach seinem Vorbild entstanden weitere sozial-pädagogische Einrichtungen in Deutschland und anderen Ländern. Johannes Falk wurde auch zum Urvater der Inneren Mission, denn Johann Hinrich Wichern gründete 1833 nach Falks Vorbild das „Rauhe Haus“ in Hamburg.  

Heute ist Johannes Daniel Falk vor allem noch durch das Weihnachtslied „O du fröhliche“ bekannt, das er 1816 für „seine“ Kinder dichtete, zunächst als sogenanntes „Allerdreifeiertagslied“.

Zum Thema gibt es auch einen Radiobeitrag des iad: https://audiodienst.de/mediathek/antenne-thueringen/2018/10/28/fest-in-weimar-250-geburtstag-von-johannes-daniel-falk-2/8993