16.06.2005
L wie lesen und lernen

Statistiken - in Deutschland erhoben - sagen: Mehr als die Hälfte evangelischer Christinnen und Christen liest nie in der Bibel.

Sicher hat schon mancher voll Erwartung und Neugier eine Bibel erworben und sie sehr bald wieder aus der Hand gelegt, weil er nach den ersten Seiten keinen Zugang zu diesem Buch gefunden hat. die Bibel ist aus vielen Teilen zusammengewachsen, darum empfiehlt es sich nicht, mit dem Lesen auf der ersten Seite zu beginnen und sie hintereinander durchzulesen. Aber wo anfangen?
Die Bibel enthält Stammbäume und Liebeslyrik, Briefe, Biographien, Sprichworte, Erzählungen, Berichte, Bekenntnisse, Predigten, Gesetzestexte...

Ein Vorschlag: beginnen Sie mit einem Evangelium: Markus (das kürzeste) oder Lukas. Oder lesen Sie zuerst einen Paulusbrief, z.B. den an die Philipper. Wer mit dem Alten Testament beginnen möchte, kann mit dem 2. Buch Mose beginnen. Dort wird vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten erzählt, dort findet man die zehn Gebote. Wer sich für die Propheten interessiert, lese Jesaja (1-12).

Die Hauptsache: dranbleiben, vertraut werden mit der Bibel, nicht aufgeben, wenn Durstrecken kommen... Denn: es lohnt sich. Bibel lesen verändert! Das ist eine Grunderfahrung, die Menschen immer wieder mit der Bibel gemacht haben: Das Wort Gottes verändert Menschen. Es eröffnet ihnen neue Perspektiven. Es befreit.

Jes 55,11: So soll das Wort sein, das aus meinem Munde geht: Es soll nicht leer zu mir zurückkehren, sondern ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es sende!

Lernen Sie doch einmal einen Bibelvers auswendig, der Ihnen wichtig ist. Schreiben Sie ihn auf einen kleinen Zettel, damit Sie im Laufe des Tages öfter darauf schauen und den Vers wiederholen können. Prägen Sie sich Bibelworte ein, die Ihnen an wichtigen Stationen Ihres Lebens zugesprochen worden sind. Je gegenwärtiger Ihnen diese Worte sind, um so lebendiger werden sie.
Martin Luther hat gesagt, wir sollen biblische Texte „wiederkäuen" – sie also ständig wiederholen, sie immer wieder überdenken. Dann nämlich leben diese Worte und sprechen zu uns.

Zitat: Wenn du am Abend schlafen gehst, so nimm noch etwas aus der Heiligen Schrift mit dir zu Bett, um es im Herzen zu erwägen und es – gleich wie ein Tier – wiederzukäuen und damit sanft einzuschlafen. Es soll aber nicht viel sein, eher ganz wenig, aber gut durchdacht und verstanden. Und wenn du am Morgen aufstehst, sollst du es als den Ertrag des gestrigen Tages vorfinden. (Martin Luther)


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