30 %

In einer Umfrage zum Jahresbeginn wurden Menschen gefragt, wie groß ihr Vertrauen in die Medien und in gesellschaftliche Institutionen ist. Hier bei uns, im Osten Deutschlands, haben 30% geantwortet, dass sie zur evangelischen Kirche Vertrauen haben. Fast jeder Dritte also. Dabei gibt es doch viele Städte und Landstriche, in denen die Kirchenmitgliedschaft sehr weit darunter liegt. Nur jeder Zehnte ist da vielleicht noch in der Kirche.

Für mich sind diese 30% eine gute Zahl. Ein Vorschuss an Vertrauen. Gemerkt habe ich das auch im letzten Jahr wieder, als ich am Heiligabend Gottesdienst gefeiert habe. Ich habe in viele freundliche Gesichter gesehen und am Ausgang viele Hände geschüttelt. Die Mehrheit der Besucherinnen und Besucher war sicher nicht „in der Kirche“. Aber am Heiligabend waren sie es auf ihre Art doch. Ich hatte das Gefühl, dass wir ihnen mit unserem Gottesdienst etwas mitgeben konnten. Das Krippenspiel, die Weihnachtslieder, einen guten Gedanken aus der Predigt.

Und es gibt noch viele andere Gelegenheiten, der evangelischen Kirche zu begegnen. In den Kindergärten und Schulen, die sie betreibt oder in der Diakonie, wo sie für Bedürftige, Kranke und Alte Beratung und Hilfe anbietet. Natürlich auch in der Kirchgemeinde vor Ort und sogar hier im Radio. Achten Sie doch einmal darauf, wo überall „evangelisch“ drauf steht und hoffentlich auch drin ist. Ich hoffe, wir als Kirche enttäuschen ihr Vertrauen nicht.

Eine gute Woche wünscht Ihnen

Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg