Lebendiges Wasser

In jedem Jahr klebe ich im Januar eine Postkarte in meinen Terminkalender. Der ist inzwischen mehr ein Tagebuch, denn die dienstlichen Termine habe ich im Computer. Auf der Karte ist ein Bild und ein Bibelspruch, die Jahreslosung für 2018. Wenn man so will, ist das wie ein christliches Jahresmotto. „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Ich denke an das Jahr, das vor mir liegt. An die unzähligen Becher Kaffee am Morgen, die Wasserflaschen tagsüber auf dem Schreibtisch und den Wein am Abend. 1 ½ oder besser 2 Liter täglich soll man ja trinken. Wenn ich das höre, habe ich sofort keinen Durst mehr.

Aber dann denke ich daran, was ich alles in meinen Kalender hineinschreiben werde im Jahr 2018 und dass es Tage geben wird, an denen ich gar nicht mehr weiß, was so gewesen ist. Wie schnell auch dies neue Jahr wieder alt werden wird. Den Sekt von Silvester habe ich ja schon lange weggegossen.

Und dann spüre ich einen anderen Durst, nach einem Leben, das so klar ist und tief und ruhig wie ein See. „Lebendiges Wasser“. Das gefällt mir. Mein Leben speist sich noch aus einer anderen Quelle als aus Alltagskram und Terminen. Es hat einen anderen Ursprung. Eine Quelle, die nicht versiegt, aus der ich immer zu trinken bekomme. Ich nenne diese Quelle Gott.

Suchen Sie heute nach Ihrer Quelle! wünscht Ihnen

Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg