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16.11.2020
40 Jahre Friedensdekade

„Fällt aus! Ist abgesagt!“ –

In etlichen Orten sollte es in dieser Woche wieder Angebote zur Ökumenischen Friedensdekade geben. Aber Corona hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ausgerechnet in diesem Jahr, wo doch das 40. Jubiläum ist. Geplant waren zehn Tage Diskussionen und Friedensgebete, Musik, Lesungen und anderes mehr. Vor 40 Jahren war unser Land noch geteilt. Trotzdem gab es diesseits und jenseits der Grenze die Friedensdekade. Von Anfang an ist „Schwerter zu Pflugscharen“ ihr Symbol. Aufnäher wurden damit bedruckt. Ich hatte ihn mir auf die Jacke genäht. Das gab Ärger. Es waren die Jungs aus der Klasse meines Staatsbürgerkundelehrers. In der Pause rissen sie mir den Aufnäher brutal vom Ärmel. Die Pausenaufsicht schaute einfach weg. In der DDR duldete man eben keine unabhängige Friedensbewegung.

„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden“ ist ein Spruch aus der Bibel. Jewgeni Wiktorowitsch Wutschetitsch formte danach eine Skulptur aus Bronze. Ein Schmied, der mit kräftigen Hammerschlägen aus der Waffe einen Pflug formt. Die damalige Sowjetunion schenkte sie 1959 der UNO. Seitdem steht sie in New York als Mahnmal für Veränderung.

Aber die Rüstungsindustrie wächst und wuchert immer weiter in diesen 40 Jahren und verschlingt Unsummen. Die Waffenarsenale sind prall gefüllt - aber die Teller und die Augen der Hungernden bleiben leer. Schwerter zu Pflugscharen ist dringender denn je. Ich träume davon, dass wir eines Tages sagen können: Krieg und Gewalt? Fällt aus! Ist abgesagt!

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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