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15.11.2020
80 Jahre Conventry

In der Nacht auf den 15. November starten 500 deutsche Flugzeuge. Ihr Ziel: Coventry, eine Industriestadt nordwestlich von London mit 240.000 Einwohnern. Elf Stunden dauert der Angriff, dann liegt die Innenstadt in Schutt und Asche. 80 Jahre ist das her. Ein Menschenleben.

Von der gewaltigen Kathedrale Coventrys bleiben ein Turm und drei Außenmauern.

40 Tage nach dem Angriff überträgt das Radio aus der Ruine den Weihnachtsgottesdienst. Dompropst Richard Howard predigt: „...und so schwer es auch sein mag: Wir verbannen jeden Gedanken an Rache. ... Sobald der Krieg zu Ende ist, müssen wir eine freundliche, einfache und christkindgemäße Welt jenseits der Fehde gestalten...“

Dompropst Howard wird mit sich gerungen haben, aber er hat sich entschieden: Rache ist kein Weg. Wir müssen einen besseren finden.

Aus dem Schutt bergen die Helfer drei große Zimmermannsnägel. Aus ihnen fertigen sie das Nagelkreuz von Coventry.

In der Wallonerkirche in Magdeburg gibt es davon eine Kopie und auch in der Dresdener Frauenkirche. Dort wird regelmäßig mit den gleichen Worten um Vergebung gebetet:

Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist.

Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge.

Vater, vergib. Amen.

So bewusst und eindeutig - wie Richard Howard - vergeben zu können, das wünsche ich uns.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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