Alle Menschen sind gleich?

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Anders als im Internet. Das kann man beim Einkaufen zu spüren bekommen. Auch wenn man es eigentlich gar nicht merken soll: Online-Portale erstellen heimlich Profile ihrer Kunden:

Was kaufen sie? Wo kaufen sie? Wieviel kaufen sie? Wie teuer kaufen sie? Und so weiter...

Alle Infos werden in einem geheimen Kundenprofil gespeichert. Als Ergebnis bekommen die einen die gleiche Ware billiger und die anderen teurer angeboten.

 

Gott ist anders als das Internet. Davon erzählt eine biblische Geschichte:

Die Arbeiter, die seit den frühen Morgenstunden arbeiten, bekommen genau so viel wie die, die erst spät am Tag anfangen. Allerdings kann sich das keiner aussuchen. Mancher hat halt Glück bei der Arbeitssuche, der nächste bewirbt sich immer wieder erfolglos. Um dieses Problem geht es. Am Abend soll jeder so viel haben, dass es zum Leben gut reicht.

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Oder besser gesagt: Vor Gott gilt jeder Mensch als Mensch. Ganz gleich, woher ich komme, welches Geschlecht ich habe - und wie meine soziale Stellung ist. Ohne Ansehen der Person.

Im Internet, da werden wir ganz genau vermessen. Der gläserne Kunde.

Wenn das wenigstens sozial angepasst wäre! Also wohlhabende Kunden müssen mehr bezahlen als Alleinerziehende mit geringem Einkommen. Aber darum geht es ja nicht im Internet. Sondern darum, wie kann der Anbieter den größten Reibach machen.

Übrigens beschäftigen sich kluge Leute mit dem alten göttlichen Lohnprinzip. Da heißt es dann „Bedingungsloses Grundeinkommen“. Eine interessante Idee.

Jeder soll haben, was man zum Leben braucht.

Das ist auf jeden Fall gerechter als die Onlinetricks der Internetportale.

 

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg