Hoffnung ist die beste Leidenschaft

Minus 20 Grad! Aber das wird trotzdem eine furiose Eröffnungsshow in Pyeongchan - trotz der Kälte! Ich sitze ja gemütlich im Warmen.

Das Motto der Olympischen Winterspiele: „Connected passion“ - „Verbunden aus Leidenschaft“.

Und dann wird gekämpft um Sekundenbruchteile und um Zentimeter.

Diese Leidenschaft treibt die Sportler zu Höchstleistungen an. Eine Leidenschaft, die unzählige Menschen an den Bildschirmen rund um den Globus in den nächsten zwei Wochen mitfiebern lässt.

„Verbunden aus Leidenschaft“ - Die koreanische Halbinsel ist auch verbunden - oder sollte ich besser sagen getrennt? - durch eine 243 km lange Grenze. Die undurchlässigste Grenze der Welt trennt seit 70 Jahren ein Volk und viele Familien. Entfernter können Verwandte kaum sein.

Auch das - ein Ergebnis des 2. Weltkrieges, so wie die Trennung bei uns in Deutschland.

Aber heute abend ziehen nord- und südkoreanische Sportler gemeinsam ins Stadion ein. Es wird erstmals ein gemeinsames koreanisches Eishockeyteam der Frauen geben.

Weckt das Hoffnung nach 70 Jahren Trennung oder ist das doch bloß billige Propaganda?

Seit vergangenem Montag ist die Mauer, die Berlin trennte, schon länger wieder weg als sie je gestanden hat. Für mich war es damals unvorstellbar, einmal auf die andere Seite der Mauer zu reisen. Absolut hoffnungslos. Und doch ist das längst Geschichte.

Das ist meine Hoffnung. Mag sie unrealistisch sein. Sie ist ein Gottesgeschenk.

Hoffnung ist die beste Leidenschaft. Hoffnung auf jeden Zentimeter und jeden Sekundenbruchteil. Überall wo Menschen nicht zueinander können.

 

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg