27.06.2019
Bernsteinsuche - Vom Suchen und Gefunden werden

„Oh. Und noch einer!“

„Da ich habe auch einen. Mama, Papa: schaut mal!“

Unsere Töchter haben Bernstein gefunden. Nicht nur einen, sondern viele – bei unserem Strandspaziergang an der Ostsee. Was waren sie stolz!

Bis plötzlich die Ältere von beiden feststellte: „Papa, warum haben die Bernsteine eigentlich alle ein Loch?“ Zum Glück fiel mir gleich eine Ausrede ein: „Hühnergötter haben doch auch Löcher.“

Das ist nun schon viele Jahre her. Über den Trick mit der heimlich gekauften Bernsteinkette und der gelegten Bernsteinspur lachen wir längst gemeinsam.

So sehr ich mich auch bemüht habe, einen echten Bernstein habe ich

leider nie gefunden. Ich bin halt nicht mit Finderglück gesegnet. Dabei habe ich mich natürlich erkundigt nach den besten Tipps:

„Nach einem Sturm, möglichst früh, dort wo noch keiner gelaufen ist.“ heißt es, und:  „...im Tang, da hängen sie. - Wer suchet, der findet!“ steht doch schon in der Bibel.

Ja, gesucht habe ich. Verbissen. Aber es hat nie geklappt.“

Und dann bin ich mit meiner Frau für ein paar Tage an der Ostsee. Wir laufen ein paar Meter am Strand, da bückt sie sich. „Halt, guck mal!“ Und da liegt er im Sand: honiggolden. Ein echter Bernstein. Einfach so.

Das darf doch nicht wahr sein! Dabei war doch alles falsch: Es gab keinen Sturm, es war schon fast Abend, der Strand ist voller Fußspuren von irgendwelchen Leuten - und der Bernstein lag trotzdem offen da. Von wegen „versteckt im Tang“.

Manches im Leben kann man nicht erzwingen. Das Glück nicht und auch nicht den Segen. Gott legt ihn aus wie Bernstein, damit er uns findet.

Einen gesegneten Tag wünscht Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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