28.06.2019
Mund zum Reden

„Wir sind jung. Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“

Wer gehört werden will, muss seine Stimme erheben. Das ist nicht nur bei den Schülern so, die freitags demonstrieren, das ist sogar bei manchen Insekten so.
Jedenfalls zirpen männliche Grashüpfer, die an lauten Straßen hocken, deutlich hörbarer als die Kollegen auf der stillen Waldwiese. So sorgen sie dafür, dass ihr Gesang nicht vom Verkehrslärm verschluckt wird.

Fachleute der Uni Bielefeld hatten 1.000 Tonaufnahmen von Nachtigall-Grashüpfern verglichen und diese Veränderung der Stimme bemerkt. Mit dem Zirpen locken die Männchen die Weibchen an. Es ist ihnen sehr wichtig, dass sie auch trotz Autolärm gut gehört werden. Es geht schließlich um ihre Zukunft, ums Überleben.

Manchmal muss man seine Stimme halt noch lauter erheben, um gehört zu werden. Das war auch so, als Gott vor tausenden Jahren Mose losschickte, sein Volk aus der Sklaverei zu führen.

Aber Mose hatte große Angst vor dieser Aufgabe. Er könne nicht gut reden. Er hatte wohl auch Angst vor dem Pharao und vor den eigenen Leuten, die sagen: „Sei still! Das bringt doch nichts!“

Gott gab ihm seinen Bruder Aaron an die Seite. Der konnte reden! Mose sagte nur, was zu sagen war. Und dann legte Aaron los, dass jeder es hören konnte.

Gott möchte, dass wir reden, wenn wir etwas als richtig und notwendig erkannt haben, für unser Leben, für das Miteinander, für die Zukunft.

Davon müssen wir reden. Notfalls auf Umwegen und mit Phantasie. Egal ob man jung ist oder alt.

 

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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