12.09.2019
Geduld

Geduldig sein und warten können.

Mir fällt das nicht leicht.

Warten bis ich dran bin das geht, na, wenn ich ehrlich bin – einigermaßen.

Wenn es nicht zu lange dauert.

Geduldig sein ist ja aber viel mehr als warten können.

Geduld braucht festhalten und beharrlich sein, durchhalten können und sich treu bleiben.

Im Hohenlied der Liebe im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes da heißt es:

„Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“

Als ich jung war, hat mich dieser Satz immer geärgert.

Das kann es doch nicht sein, dass die Liebe alles duldet.

Bis ich ihn richtig gelesen habe mit allen Beschreibungen davor.

Da steht, was die Liebe alles nicht tut: Sie ist nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie rechnet das Böse nicht zu und vieles mehr.

Und erst dann kommt dieser Satz als Zusammenfassung:

Die Liebe duldet alles.

Nur durch die Liebe können wir Geduld lernen.

Oder besser: Nur in der Liebe können wir Geduld lernen.

Geduld ist der Mut, in Liebe auf dem Weg zu bleiben.

Eine Freundin sitzt in diesen Tagen jeden Tag und manche Stunde in der Nacht am Bett ihres Mannes auf der Intensivstation.

Er ist noch nicht aufgewacht nach der OP nach seiner Gehirnblutung.

Viele Menschen beten für sie und ihren Mann.

Um Geduld und den Mut, auf diesem langen Weg zu bleiben.

Ihr tut es gut zu wissen: Wir sind nicht allein auf dieser schwierigen Wanderung.

Geduld braucht Mitstreiter und Weggefährtinnen.

Einen geduldigen Blick für die Weggefährten heute wünscht

Pfarrerin Renate Höppner aus Magdeburg


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