07.06.2019
Glücksrezept

In Finnland leben die glücklichsten Menschen der Welt, lese ich im Weltglücksreport.

Warum ist das so, fragen die Verfasser.

Weil die Natur so schön ist. 80 Prozent des Landes sind von Wäldern bedeckt. Das macht den Kopf frei. Außerdem trinken Menschen nirgendwo so viel Kaffee wie in Finnland. Außer vielleicht in meinem Büro, schmunzle ich.

Entscheidend aber ist: Glücklich sind Menschen, die anderen mit großem Vertrauen begegnen. Sie gehen davon aus: Der andere meint es gut mit mir. Es wird mir nichts passieren.

 

Ich sehe meinen Enkel Richard. Er ist anderthalb Jahre. Mit einem unbändigen Forscherdrang, wie ihn nur Kinder haben. Er klettert die Leiter zur Rutsche hoch. Ich eile ihm hinterher: Du bist doch noch viel zu klein. Denke ich. Dass du da bloß nicht runterfällst. Aber Richard kennt keine Angst. Er stürzt sich ins Abenteuer.

 

Glücklich der Mensch, der vertrauen kann: Alles wird gut. Der sich loslassen und anderen in die Hand geben kann. Manchmal wie ein Kind.

Ich spüre viel zu oft in mir die Vorbehalte, zu Recht die schlechten Erfahrungen. Sie haben mich misstrauisch gemacht und ich gehe lieber auf Nummer sicher.

Denn Sicherheit schont die Nerven. Aber sie macht nicht glücklich.

Vertrauen, mich loslassen – das versuche ich manchmal ganz bewusst. Denn zutiefst weiß ich es ja: Was auch geschieht, ich bleibe in Gottes Hand geborgen.

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Erkennt Hans-Jürgen Kant von der Evangelischen Kirche in Halle.


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