Im Himmel

Ewigkeit. Heute wird sie in die Kirche gehen. Heute wird Klara noch einmal gehen. Denn heute wird ihr Vater genannt. In der langen Liste der Toten. Eingegangen in die Ewigkeit, hat der Pfarrer damals am Grab gesagt.
Er fehlte. Er fehlte, wenn sie vom Studium nach Hause kam. Er fehlte mit seinem: Na, mein Kind!? Was macht denn das große Studium?
Er fehlte mit seiner strengen Art. Heut wird sein Name genannt.
Eine Kerze entzünden wird Klara für ihn. Ein Licht, eine Bitte, Gebet: Könntest du nicht machen, dass er wieder kommt. Auch wenn ich weiß, dass das nicht geht. Deine Toten werden leben. Hat einer gesagt, wenn das stimmt, mein Gott, dann mach es doch! Wie oft hat Klara gebetet, manchmal mit Hoffnung, mal mit Wut.
Eingegangen in die Ewigkeit. Irgendwie war der Himmel ein Trost. Der Blick am Morgen in das sanfte Blau. Die Vorstellung, dass er hinter den Wolken wohnt und seine Decke ist warm und weich. Und nicht aus Erde, dunkel und schwer. Irgendwie war das ein Trost. Am Grab stehen, das war für Klara nichts. Sie fand ihren Vater dort einfach nicht. Er war zwischen Himmel und Erde.