01.10.2019
Kinder sind ein Geschenk Gottes. Und ein Wagnis.

Direkt am Gelände des Elisabethkrankenhauses in Halle grenzt der Klostergarten der Ordensschwestern an. Es ist Mittag, kurz vor eins. Wir öffnen das Gartentor. Dort wartet schon eine Schwester in weißer Tracht. In der Hand hält sie gelbe Luftballons. Für jedes neugeborene Kind gibt es einen Ballon mit seinem Namen. Die Eltern dürfen sie gleich steigen lassen. Und wir frisch gebackene Großeltern dürfen dabei sein.

Mit dem Glockengeläut steigen die Ballons in den Himmel. Mit ihnen steigen Kärtchen nach oben, beschrieben mit guten Wünschen.

Manche Eltern stehen strahlend dort, denn alles ist gut. Andere sind voller Sorgen, mit Tränen in den Augen.

„Gestern hat es geregnet.“ sagt die Schwester. „Da sind die nassen Ballons über den Boden gehüpft. Das sah lustig aus. Wir haben sie dann abgewischt, dann sind sie losgeflogen.“

Leider sind die Sorgen nicht so leicht wegzuwischen. Manche Babys kommen zu früh, andere sind nicht gesund.

Während die Schwester geht, sprechen wir als Familie ein Gebet.

Dass die Kinder ankommen in dieser Welt, dass sie bleiben können, dass Gott sie segnen möge.

Ein paar ältere Schwestern am Rand sitzen in der Sonne und schauen zu.

Eine steht auf. Sie kommt uns entgegen und schüttelt die Hände. „Herzlichen Glückwunsch!“ sagt sie. Und: „Wir beten für Ihre Kinder. Und bitte, kommen Sie wieder vorbei und berichten, ob es geholfen hat.“

Das wünsche ich uns allen sehr. Das wir dankbar wiederkommen können. Aber ich weiß, es liegt nicht in unserer Hand.

Lieber Gott, hab bitte ein Auge auf unsere Kinder und Enkel. Amen.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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