04.06.2019
Lass mich nicht im Stich!

„Lieber Gott, nur eine kleine Bitte. Bitte, erfüll sie mir. Lass mich bitte nicht im Stich! Vielen lieben Dank.“

So lese ich es auf einem Zettel an der Gebetswand in der Marktkirche hier in Halle.

Lass mich nicht im Stich. – Der Begriff kommt von den Ritterturnieren im Mittelalter. In schweren Rüstungen sitzen die beiden Ritter auf ihren Pferden. Sie kämpfen mit Lanzen gegeneinander. Bis einer der beiden Ritter durch die Lanze seines Gegners so stark getroffen wird, dass er vom Pferd stürzt. Da liegt er. Im Dreck. Wie ein hilfloser Käfer, der auf den Rücken gefallen ist. Jetzt braucht der Ritter seinen Knappen. Der muss ihm helfen. Nur so kann er in seiner schweren Rüstung wieder auf die Beine kommen und auf sein Pferd. Wenn der Knappe seinen Herrn jetzt liegen lässt, kann der tödliche Stich des Gegners erfolgen. Dann ist es aus und vorbei!

„Lass mich bitte nicht im Stich!“ Ruft der gefallene Ritter seinem Knappen zu. Es geht um Sieg oder Niederlage und manchmal sogar ums Leben.

 

„Lass mich nicht im Stich, Gott!“, rufen Menschen bis heute. In ihren alltäglichen Aufgaben. In einem schweren Konflikt. In einer Krankheit, bei der alles auf dem Spiel steht. Wenn sie am Boden sind.

Lass mich nicht im Stich, Gott. Nur die eine Bitte habe ich.

 

Dass Sie das erfahren, dass da einer ist, der Ihnen aufhilft, das wünsche ich Ihnen heute.

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Hans-Jürgen Kant von der Evangelischen Kirche in Halle.


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