Zwischen den Jahren

Ich liebe die Tage zwischen den Jahren. Ich kann mir freinehmen und genieße diese Übergangszeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Dazu gehört für mich immer, die Kalender für das nächste Jahr vorzubereiten. In den Familienkalender für die Küche trage ich sorgfältig die Termine für die Müllabfuhr, die Ferienzeiten und Geburtstage ein. Auch meine dienstlichen Termine und privaten Feiern. Ich bekomme schon eine ungefähre Vorstellung von dem Jahr. Ich mache Pläne und freue mich auf das, was kommt.
Bevor ich dann den alten Kalender entsorge, schaue ich ihn noch einmal kurz durch. Manche Geburtstage musste ich nicht mehr eintragen, weil ein lieber Mensch gestorben ist. Und auch von meinen Plänen für das Jahr hat nicht alles geklappt.
Ehrlich gesagt, bin ich ganz froh darüber. Ich fände es schrecklich, wenn alles durchgeplant und vorhersehbar wäre und gar kein Platz mehr für schöne Überraschungen. Und die Traurigkeiten? Ausweichen konnte ich ihnen nicht. Das kann niemand. Aber sie haben mein Leben tiefer gemacht und mich dankbarer für alles Schöne. Ich weiß, dass auch im kommenden Jahr die Dinge anders kommen können, als ich es plane. Aber ich glaube, dass ich von guten Mächten geborgen in das neue Jahr gehe. Egal, was kommt.

Ein behütetes neues Jahr
wünscht Ihnen Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg