14.09.2016
Neuer Tag, neues Licht

Ich sehe es hell werden. Gleich geht die Sonne auf. Ich denke an unsere Gastgeber in Südfrankreich. Sie wohnen paradiesisch – mit Blick auf das Meer. Wer früh genug aufsteht, kann die Sonne aus dem Meer auftauchen sehen. Die Cote d’Azur – die blaue Küste haben auch wir im letzten Urlaub kennen gelernt. Es ging uns so richtig gut! Und dann rutschte uns allen das Herz in die Hose, als wir vom Attentat in Nizza gehört haben. Nur wenige Kilometer entfernt und eigentlich genau so traumhaft wie unser Urlaubsort. Aber am 14. Juli ein Ort des Schreckens und der Angst. Viele besorgte Anrufe aus Deutschland haben unsere Gastgeber an den Tagen nach dem Attentat bekommen. Geht es euch gut? Und – ist es nicht einfach entsetzlich, was da passiert ist? Ich denke heute früh an unsere Gastgeber. Wie ein Schatten hat sich das Attentat auf ihre Gedanken gelegt. Ich denke: Ja, das ist schlimm. So etwas soll kein Mensch einem anderen antun. Und so etwas soll kein Mensch miterleben. Aber bitte verurteilt jetzt nicht pauschal alle Menschen, die aus anderen Ländern stammen. Und auch nicht alle, die Muslime sind. Dadurch werden die Schatten im Zusammenleben immer stärker. Nur miteinander können wir das Schlimme aushalten. Und kraftvoll unsere Welt gestalten. Ein neuer Tag, neues Sonnenlicht – und hoffentlich der Beginn einer friedlichen Welt.
Dafür betet und arbeitet Pfarrerin Katja Albrecht aus Merseburg


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