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03.02.2017
Straße der Befreiung

Sie hatte mir die Adresse über facebook mitgeteilt. Es würden Inliner für syrische Kinder hier in Wittenberg gesucht, schrieb sie. Ich hatte einen ganzen Karton voll im Keller, alle zu klein geworden. „Straße der Befreiung“ war die Adresse. Sie liegt, wie der Name vermuten lässt, im Wittenberger Plattenbauviertel.
Nach ein bisschen Suchen hatte ich den richtigen Eingang gefunden. Die Kinder kamen mir schon erwartungsvoll entgegen. Die Familie hatte nach einer Zeit im Übergangswohnheim nun endlich eine eigene Wohnung bekommen.
Die Frau, die mir die Adresse mitgeteilt hatte, war auch da. Nein, organisiert sei hier nichts, antwortete sie mir auf meine Nachfrage. Sie wohne hier im Haus und kümmere sich einfach ein bisschen um die Familie, helfe bei Behördengängen und versuche, das Nötigste an Möbeln und Kleidung zu besorgen. Das mit den Inlinern sei so ein Herzenswunsch der Kinder gewesen.
Ich bin dann später ohne Kartons, aber mit einem Herz voller Hoffnung nach Hause gefahren. Und auch befreit von meinen eigenen Vorurteilen. Ich weiß jetzt: In der „Straße der Befreiung“, mitten in Sachsen-Anhalt, wohnen Menschen, die facebook nicht dazu benutzen, um Hasskommentare zu posten. Sondern um Kindern aus Syrien einen Herzenswunsch zu erfüllen. Meine Hoffnung hat jetzt eine Adresse.

Einen Tag mit Hoffnungszeichen wünscht Ihnen
Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg


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