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12.09.2020
Vertrauen wagen

Nicht gleich klein beigeben. Mutig Möglichkeiten ergreifen. Das ist mir wichtig.

Ich stehe im Ostseeurlaub am Strand. Vor mir ein mannshoher Stein. Da oben muss man eine gute Sicht haben. Doch zugleich spüre ich die Angst: Nicht, dass du beim Raufklettern schlimm abrutschst.

Unsere Tochter Henrike, die uns im Urlaub für ein paar Tage besucht, steht schon oben. Sie streckt mir ihre Hand entgegen. Aber wird sie mich halten können, wenn ich ins Rutschen komme? Die Möwen fliegen neugierig über unsere Köpfe und schreien: „Lass es sein! Sei vorsichtig!“

Ja, klar. Immer heißt es abzuwägen: Wie viel Sinn macht es, dass ich ein Risiko eingehe. Wie groß ist die Gefahr zu scheitern? Nicht nur hier an diesem Stein, sondern auch bei einer Aufgabe, einem Vorhaben, in einem Konflikt. Ich muss das Schicksal und schon gar nicht Gott herausfordern!

Am Ostseestrand stelle ich meine Angst zurück. Komm, Henrike, nimm meine Hand und halte mich. Ich vertraue dir. Am Ende stehe ich auf dem Stein. Der Blick übers Meer ist weit. Es ist wunderbar, wenn etwas gelingt, wenn Mut und Vertrauen belohnt werden. Die Möwen beäugen uns von fern. Sie wollen, dass wir ihren Landeplatz wieder verlassen.

Dass Sie gut einschätzen können, wo es Mut braucht und wo Vorsicht und dass Sie auch im Risiko bewahrt bleiben, wünscht Ihnen Hans-Jürgen Kant von der Evangelischen Kirche in Halle

 


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