Weltknuddeltag

„Kostenlose Umarmungen“. So steht es auf den Schildern. Es sind zumeist junge Frauen und junge Männer, die sie in den Händen halten. Man begegnet ihnen auf Kirchentagen, aber auch hier bei uns in Halle auf dem Markt. Passanten bleiben stehen, lesen - und tatsächlich, sie lassen sich umarmen oder gar knuddeln.

Mittlerweile gibt es sogar einen „Weltknuddeltag“. Heute - und immer am 21. Januar. Ein Pfarrer hat diesen Tag ins Leben gerufen. Er bezieht sich dabei auf die Bibel. Dort heißt es: "Und sie brachten Kinder zu Jesus, damit er sie anrühre. ... Und Jesus herzte sie und legte die Hände auf sie". Jesus hat Menschen umarmt. Er war ihnen nahe nicht nur mit seinem Wort. Er hat es sie auch körperlich spüren lassen.

Kevin Zaborney sagt: "Ich fand, dass es in vielen Familien einfach zu unpersönlich zugeht." Der Pastor aus Michigan sah schon in den Achtzigern im Umarmen eine besonders gefühlvolle Geste. So hat er einen Umarm-Tag in den Vereinigten Staaten erfunden. Inzwischen ist der auch hier in Europa bekannt. Alle Umarmungen geschehen dabei natürlich freiwillig. Niemand wird gezwungen.

Umarmen oder Umarmtwerden, das tut gut. Ich spüre den anderen und mich selbst. Da werde ich heute am „Weltknuddeltag“ einmal mehr meine Frau umarmen. Und wer ganz mutig ist, kann freie Umarmungen austeilen.

Befürwortet Hans-Jürgen Kant, Superintendent in Halle.