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28.06.2020
180 Jahre Kindergarten

Ich laufe in Amman, der jordanischen Hauptstadt, durch ein Wohnviertel, der Muezzin ruft, Stände mit Gemüse und Gewürzen, alles recht arabisch, dann biege ich um eine Ecke – und da steht in großen Buchstaben an einer Hauswand: KINDERGARTEN. Auf deutsch.

Der Kindergarten ist ein thüringisches Exportwunder. Friedrich Fröbel aus Oberweißbach hat ihn erfunden. Heute auf den Tag vor 180 Jahren wurde der erste Kindergarten in Blankenburg eröffnet. Fröbel wollte keine Aufbewahrung, sondern Bildung. Er meinte, zu spielen sei typisch für Kinder, sie würden dadurch eben: spielend lernen.

Manche von Fröbels Schülern sind in die USA ausgewandert und haben dort Kindergärten gegründet. Währenddessen waren in Preußen Kindergärten fast zehn Jahre lang verboten. Sie seien destruktiv, atheistisch und demagogisch. Ja klar, wenn man von jungen Menschen zuallererst verlangt, dass sie auf dem Appellplatz strammstehen, ist es beängstigend, wenn Kinder selbst bestimmen, was und mit wem sie spielen.

Ab wann befehlen wir das Ende der Kindheit? Ab wann geht es vorrangig darum, auf den Ernst des Lebens vorzubereiten? Und was ist das, der Ernst des Lebens? Die Leistungsgesellschaft? Jesus meinte: Wer nicht wird wie die Kinder, wird nicht ins Reich Gottes kommen. Ernster geht’s nicht, oder?! Kinder Kinder sein lassen so lange es geht, ohne Falsch und Berechnung, das Herz auf der Zunge – sich so zu begegnen … da lässt sich ahnen, was mit dem Reich Gottes gemeint ist.

 

Einen schönen Sonntag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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