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09.07.2020
50 Sklaven für dich und mich

Es sind 50 Sklaven pro Kopf, die für unseren Wohlstand arbeiten.

Überschrift in einer Zeitung dieser Tage. Ich dachte, ich fall um, als ich das lese.

Der das sagt, ist nicht irgendwer. Es ist Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.

Es geht um uns. Um sie und mich.

Diese Woche erscheint sein Buch. In dem schreibt er unter anderem: „Es ist unbegreiflich, dass heute noch Hunderttausende von Kindern beispielsweise auf den Kaffee- und Kakaoplantagen Westafrikas für unseren Wohlstand in Europa schuften, ohne von der Arbeit angemessen leben zu können.“

Na? Schmeckt der Morgenkaffee noch?

Von acht oder zehn Euro für das Kilo Kaffee bleiben nur etwa 50 Cent für das Rohprodukt vor Ort – für die Familien auf den Plantagen. Deswegen müssen die Kinder mit ran.

Der Bundesentwicklungsminister arbeitet daran, dass in Deutschland die Kaffeesteuer für die Sorten entfällt, die fair gehandelt werden. Die Koalition im Kabinett bremst noch.

Er regt auch an, dass alle öffentlichen Einrichtung verpflichtet werden, fair einzukaufen. Das wäre mal was. Eine echte Hausnummer!

Klammer auf – ich wünschte, dass alle Kirchgemeinden und diakonischen Einrichtungen mit gutem Beispiel vorangehen würden.

Und wir? Wir können auch auf das Siegel „fair gehandelt“ achten. Ja, das kostet mehr. Aber es müssen keine Sklaven dafür arbeiten.

„Lass los, auf die du das Joch gelegt hast!“ So sagte es vor 2500 Jahren der Prophet Jesaja. „Gib frei, die du bedrückst! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten.“

Ulrike Greim, Weimar


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