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10.07.2020
Sterben ist besser, als so ein Leben

„Angefangen hatte alles nach einer Party,“ erzählt Sajad. „Auf dem Heimweg bin ich gefahren, mein Cousin war dabei. Es gab einen Unfall. Ich wurde schwer verletzt, er starb. Ich wurde depressiv.“

Sajad erzählt, wie er tablettensüchtig wurde. Wie er dann eine kleine christliche Gemeinschaft fand. Und Halt. Wie sich die Depression besserte.

Sajad sitzt ruhig am Tisch eines evangelischen Gemeindehauses hier bei uns. Hier hat er Kontakt gefunden nach seiner irren Flucht aus dem Iran. Warum er geflohen ist?

„Der Pastor hatte mich gewarnt,“ sagt er. Moslems, die Christen werden – das sind Abtrünnige, da wird nicht lange gefackelt.

Seine Familie hat sich gegen ihn gestellt. Die christliche Gemeinschaft wurde verfolgt.

Er flieht in die Türkei, und weil dort nicht sicher ist: über Bulgarien, Serbien. Mal mit einem Auto, meist zu Fuß. Die Schlepper sind teuer.

„Einmal haben sie uns abgesetzt und sitzen lassen,“ sagt Sajad. „Ohne alles, ohne Geld, ohne Essen.

Ich dachte: ‚Christ, hilf mir auf!‘ Das war in Ungarn. Ich konnte nicht mehr. Wie lange kann man von Blättern und Blumen leben? Ich war am Ende. Hatte Halluzinationen, konnte kaum atmen.

Ich habe mich hingelegt und gesagt: Sterben ist besser, als so ein Leben.

Im Traum hat meine Mutter zu mir gesprochen.

Da bin ich doch noch ein bisschen weitergelaufen mit letzter Kraft.

Ein Hirte hat mich mit nach Hause genommen, hat mir Essen gegeben. Ich habe gedacht: Ich bin der dümmste Mensch in der Welt. Ich weiß nicht, wo ich bin.

Ich kann mich nur in Gottes Hand legen. Er muss es mir zeigen.“

Sajad erzählt ruhig und langsam. Wie es weiterging. Über Österreich bis Deutschland.

Danke für Sajad, Gott! Und dass er lebt. Und segne, die ihn jetzt begleiten.

Betet Ulrike Greim, Weimar


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