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06.09.2020
Achava

Der Hass gegen alles, was uns fremd erscheint, ist dort am größten, wo wir das, was uns fremd erscheint, am wenigsten kennen. Umgekehrt: Lernen wir das, was uns fremd erscheint, kennen, erscheint es uns nicht mehr fremd – dann verschluckt sich der Hass und verzieht sich.

Heute ist europäischer Tag der jüdischen Kultur. Es geht genau darum, die Geschichte und Traditionen des europäischen Judentums besser kennenzulernen. Am Donnerstag starten die Achava-Festspiele in Thüringen, die Festspiele der jüdischen Kultur. Ab heute gibt es schon Veranstaltungen. Achava ist das hebräische Wort für Brüderlichkeit. Es geht um Begegnungen. Sag bloß einer, die bräuchte es nicht! Die Zahl antisemitischer Straftaten hat einen Höchststand erreicht, die Angriffe auf Jüdinnen und Juden nehmen zu. Das offenbart eine beispiellose Kulturlosigkeit.

Mascha Kaleko, eine jüdische Dichterin, musste 1938 Deutschland verlassen. In einem Gedicht beschreibt sie die Überfahrt nach Amerika:

Wir haben keinen Freund auf dieser Welt.

Nur Gott. Den haben sie mit uns vertrieben.

Von all den Vielen ist nur er geblieben.

Sonst keiner, der in Treue zu uns hält.

Das muss heute anders sein. Heute halten wir zu den Jüdinnen und Juden und zu all denen, die uns fremd erscheinen, was nicht sein muss. Wir können andere Kulturen kennenlernen – mitten unter uns. Und wie sympathisch wäre die deutsche Leitkultur, wenn wir uns verleiten ließen, offen zu sein dafür, wie vielfältig Menschen unter uns denken, fühlen, ihren Glauben leben.

Einen schönen Sonntag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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